Redneck Christmas (manche Dinge ändern sich nie)

Dezember 25, 2008

Auf USA Erklärt könnt ihr lesen, was die Amis so anders machen, wenn sie Weihnachten feiern. Ich hingegen hatte die ungewöhnlichsten, aber (im unkonventionellen Sinne) charmantesten Weihnachten EVER. Eine bizarre Mischung aus Anti-Kommerz, Über-Kitsch Kommerz und Südstaaten Flair.

24. Dezember: In der etwas crazy WG in Columbia, in der ich die ersten Tage verbracht habe, wurde ich mit lauter Metal Musik und für meinen Geschmack zu brutalen Videospielen geweckt. Weihnachtsstimmung: Null. Begrüßt wurde ich mit „Merry Fucking X-Mas“. Meine High School Freunde haben sich (glücklicherweise) nicht viel verändert. Nachdem wir 2h sinnlos youtube videos geguckt habe (ja, ich weiss, wie man Zeit verschwendet), sind wir gegen 17:30 Richtung Florence gefahren, damit ich meine Host Family besuchen kann: Debi (Host Mom) und Amanda (Gastschwester). Wir mussten immer mal wieder anhalten, weil der Reifen irgendwie Luft verlor. Weihnachtsabend auf Raststätten, irgendwie witzig. Weil es ungefähr 17°C war, hatte ich auch null Weihnachtsfeeling, also kein Problem.

In Florence angekommen hat Debi meinem Kumpel die letzten Anweisungen gegeben, um zu ihrem Haus zu gelangen, und als ich sie winken sah, haben wir beide angefangen zu schreien, ich bin aus dem Auto gesprungen und wir haben uns wie kleine Kinder gefreut. Es ist wirklich komisch: egal wie lange ich auch weg bin, wir quatschen sofort los, als wär ich nie weg gewesen. Amanda, nun ein Senior in High School, Varsity Cheerleader (= die besten), Präsidentin der Abschlussklasse UND Teilnehmerin der Miss Wahl an meiner ehemaligen West Florence High School (eine amerikanische Erfolgsstory, let me tell you…) war süß wie immer und wir hatten erst einmal einen lang überfälligen Mädchen-Talk (argh).

25. Dezember: offizieller Weihnachts-und-Geschenke-Austausch-Tag. Debi hat mich gegen 10:30am mit einem netten Weihnachtssong und dem reizenden Satz: „Alright, Maggie… get your ass up!!! Hahahahahah.“ aufgeweckt (wir lieben uns). Wir haben Geschenke ausgetauscht und Debi hat sich riesig über Mama’s Pakete aus Deutschland gefreut und besonders über die pinken Hausschuhe, die ich ihr gekauft habe, weil sie immer so friert. Jetzt haltet euch fest, was Debi mir geschenkt hat: Einen digitalen Schlüsselanhänger, auf dem man 60 Fotos speichern kann und eine Flasche feinsten TEQUILA. Yep. Das ist meine coole Gastmutter!

Wir haben uns dann aufgehübscht und mein Magen zeigte mir, dass es nicht so gut ist, 2 Tage nichts zu essen. Wir sind also gegen Mittag zu Debi’s Familie gefahren, eine richtig typische Redneck-Südstaaten Familie, die ordentlich Südstaaten Essen aufgetischt hat: Maccaroni&Cheese, fettige Bohnen, Stampfkartoffeln, Süßkartoffeln, verschiedene Fleischsorten, Gravy (Bratensosse), Pekanus-Kuchen… Alles war harmonisch wie immer: die Frauen arbeiteten in der Küche und die Männer versuchten draussen, Pecannüsse vom Baum zu schlagen. Bevor wir aßen, sollte einer der erwachsenen Söhne ein Gebet für alle sprechen, in dem er allen mitteilte, dass er Gott danke, dass er und seine Frau noch ein Kind haben werden… wir entzückend.

Das Haus war überkitscht mit (ungelogen) mindestens 100 tanzenden und singenden Weihnachtsfiguren, einen über-geschmückten Weihnachtsbaum, Weihnachts-Fussabtretern, Weihnachts-Seife im Bad, Weihnachtstellern… alles glänzend in gold, grün und rot.

Nach dem Essen gab’s Bescherung. Das kleinste Kind der Familie fing an (Achtung! Kinder-Sozialisation): Sie bekam eine Barbiepuppe, 6 Lipglosse, Haarreifen, eine pinke Mädchentafel, ein rosa Hemdchen, eine Baby-Born Puppe. u.s.w. Ich meine: LIPGLOSS! Sie ist 3 Jahre alt! Überraschenderweise bekam ich auch 2 Geschenke, ein South Carolina Armband und ein Pulli, den ich mit Debi’s Erlaubnis umtauschen darf (obwohl ich zugeben muss, dass dieser Pulli besser war als der, den ich vor 6 Jahren bekommen habe: rot mit Rentieren und grünen Mistelzweigen).

Sorry, aber das war alles irgendwie surreal. In South Carolina scheint auf jeden Fall die Zeit still zu stehen… Debi hat  das widergespiegelt, was ich gefühlt habe: Sie hat oft nur die Augen verdreht, denn das Verhältnis zwischen ihren hyper-religiösen Schwestern und meiner drolligen, rauchenden und trinkenden Gastmutter  (aka Heidin der Familie) war sichtlich gespannt. Als wir dann versuchten (scherzeshalber) einen Kuchen zu klauen, um ihn zu Hause zu essen, gefror dann auch das falsche Lächeln in den Gesichtern der Damen. Haha. Wir sind dann schnell gegangen, haben ein wenig im Haus gechillt und sind dann ins Kino um „Marley&Me“ zu gucken. Ziemlich langweilig (es ging um einen Hund), aber ein netter Weihnachtsausklang.

Ich würde gerne Fotos zeigen, um euch ein wenig an der Stimmung teilhaben zu lassen, aber ich kann momentan keine Fotos hochladen. Keine Ahnung, warum. Vielleicht streikt meine Kamera bei soviel 1950’s.


Columbia, SC

Dezember 21, 2008

Bevor ich nach South Carolina fliegen konnte, musste ich lernen, dass Schnee der Teufel ist. Zumindest in Portland, wo es wirklich selten Schnee gibt und die Strassen, der Flughafen und letztendlich die Menschen auch nicht auf soetwas vorbereitet sind. Als ich am Flughafen ankam, hatte mein Flug auch erst einmal eine Stunde Verspätung. (und facebook zu Folge auch die Flüge vieler Anderer). Beim Einchecken sagte mir ein netter Computer (nicht etwa ein Mensch), dass ich dadurch meinen Anschlussflug von Chicago, Illinois nach Columbia, South Carolina verpassen werde.  Als ich dann endlich mit einer Dame am Schalter reden durfte, meinte sie, dass ich mir keine Sorgen machen sollte: Ich hätte ja 20 Minuten Zeit den Anschlussflug zu bekommen und wenn ich den nicht bekomme, hach, dann geht halt der nächste Flug morgen früh. Krrr. Es ist hart, nett zu bleiben, wenn man jemanden schütteln und schreien will: ICH WILL IN URLAUB, VERDAMMTE AXT.

Naja, einchecken, Handgepäckkontrolle (habe übrigens eines dieser neuen Maschinen gesehen, wo man geröntgt wird, also quasi nackig präsentiert wird). Der Flug verlief ruhig, nen bissel gewackelt. Kurz bevor wir landeten, hat der Pilot durchgefragt, wer alles einen ziemlich engen Anschluss-Flug hat (etliche Passagiere melden sich); wir durften das Flugzeug dann als erste verlassen. 8 Minuten habe ich – dann geht mein nächster Flug. Ich renne los und verfluche den Chicago O’Hare Flughafen für seine Monströsität. Ich musste von Gate A nach J, was eine 15minütige Galopp-Strecke war. Einmal bleibe ich kurz stehen und checke auf dem Monitor, ob ich auch wirklich zum richtigen Gate laufe – da sehe ich, dass auch mein Anschlussflug Verspätung hat. Verspätungen haben doch etwas Gutes, wenn man dadurch nicht wie eine Irre durch den Flughafen rennen muss.

Gegen 22:30 Uhr bin ich in Columbia angekommen und spüre erst mal die feuchte Wärme, rund 20°C. Ich penne hier bei ein paar Freunden in  einer kleinen Stadt namens Irmo, nur ein paar Minuten vom Flughafen und von Columbia entfernt. Bin sofort ins Bett gefallen und habe bis 15 Uhr des nächsten Tages geschlafen. Dann war ich ein paar Stunden wach, hab Pizza gegessen und mit ein paar Leuten gechattet, TV geguckt und: geschlafen. Wieder bis 15 Uhr. Oh man, keine Ahnung, wie müde ich war (bin). Abends sind wir dann in eine Bar gegangen, wo ich ordentlich was gebechert habe ($20 – Flatrate Party). Da ich alle süßen Getränke probieren wollte, hatte ich heut morgen auch ‘nen ordentlichen Kopf nach all dem Gemixe. Naja, wieder so bis um 16:00 im Bett gelegen und habe abwechselnd gepennt und Maus zu Ende gelesen (bitte kaufen und lesen). Bin schon wieder müde und werd mich wohl vor den Fernseher setzen (4 Monate kein Fernseher mehr geguckt, wird ja wohl Zeit!!) und chillen. Und dann wieder schlafen. Hach, so kann’s weitergehen!


Der ultimative Rückblick

Dezember 17, 2008

OH MY GOD (gott ist hier ein weit gedehnter Begriff). Die letzten 2 Wochen waren verrückt: 3 Hausarbeiten fertig. 10, 15 und 18 Seiten. Mein Mini-irgendwie-doch-nicht-so-Mini-Forschungsprojekt über die internationalen Studis und Feminismus ist abgeschlossen. Französisch Exam geschrieben. Essay geschrieben. Und alles (fast) pünktlich abgegeben. Ansonsten noch tausend andere Dinge gemacht. Aber jetzt mal chronologisch:

Samstag, 6.12.: Nikolaus! Eine schöne Feier im Deutschen Haus mit einem Nikolaus, der Geschenkedsc007801 verteilt. Ich habe fleißig für die Nicht-Deutschen übersetzt (und weiß jetzt, welchen Beruf ich nicht ergreife) und viel Schokolade abgestaubt. Eva und ich hatten vor einiger Zeit den Weihnachtsbaum besorgt und das Haus war sehr festlich geschmückt. Hach.

Sonntag, 7.12.: Habe mit ein paar Mädels ein Fanzine namens „Rude Girl“ zusammengestellt, wofür ich ‘nen Comic gezeichnet habe.. Bin sehr stolz, mein erstes Zine ;-) !! Montag ging es dann in den Druck und wurde in der Uni verteilt. Nachmittags: A Capella-Chor Probe.

Dienstag, 9.12.: Letzte „Feminism – Comparative & Historical Perspectives on Women’s activism“ Klasse, die immer sehr angenehm und stressfrei war… werde ich ein wenig vermissen, auch Dank der tollen Professorin (die übrigens in der Ukraine geforscht hat und ganz entzückt war, dass ich ostdeutsche Wurzeln hab). Abends: A Capella Probe.

Mittwoch, 10.12: Letzte Französisch-Stunde mit Abschluss-Examen, beaucoup de subjonctive. Letzter „Sex, Gender & Political Theory“ Kurs, der inhaltlich und arbeitstechnisch (4 Essays und 2 Hausarbeiten) der wohl anspruchsvollste aber auch spannendste Kurs war.

Donnerstag, 11.12.: Abends bin ich zu einem informellen Abendessen mit all den Soziologie-HauptfächlerInnen und Profs gegangen, wo es lecker Essen im Potluck Style gab – ein Essen sozusagen, bei dem jede/r etwas mitbringen sollte. Man muss sich mal vorstellen, dass wir eine kleine, völlig private Feier mit unseren Profs in Berlin haben. Das will ich mal erleben… Danach: A Capella Probe.

Freitag, 12.12.: Morgens haben Eva und ich einen Studenten getroffen, der wahrscheinlich an die FU gehen möchte und ich habe ordentlich Werbung gemacht. Er ist Physiker und ich habe mit all meinen tollen (!) Physiker-FreundInnen angegeben. Danach habe ich kurz mit Eva die Noten für die Deutschklasse besprochen, die Eva unterrichtet und von denen ich die Hausaufgaben korrigiere. Bin ganz froh, jetzt erst mal ein paar Wochen von deutscher Grammatik verschont zu bleiben…

img_16531Abends: A Capella Konzert! Wir haben sechs A Capella Songs gesungen, unter anderem „Eye of the Tiger“, „Trashin the Camp“ aus dem Tarzan Film (yeah! check it out: youtube) oder „Fidelty“ von Regina Spektor, bei dem ich das Soloimg_1649 gesungen habe (hier eine wunderschöne Live-Version auf youtube). Die internationale Truppe war natürlich da und meine Gastfamilie auch, die mir einen kleinen Glücksbringer geschenkt hat (eine schützende Hand aus Tunesien).

Danach bin ich mit Jordan und Schwartz (aus meinem ÜBER-spannenden „Comparative Politcs„-Kurs und ohne die ich regelmäßig eingeschlafen wäre…) zu einem jüdischen Dinner gegangen, was ich ganz toll fand. Falls ich mal in ein tiefes Loch falle und nach Gott suche, nehme ich auf jeden Fall eine Thora in die Hand. Der Rabbi war witzig, herzlich und fröhlich und alle haben gesungen, wobei Beatbox-Laute und auf den Tischen trommeln äußerst erwünscht war. Ich habe ein paar sehr interessante Rituale mitgemacht (z.B. die Hände dreimal mit Wasser begießen vor dem Mahl und dann nicht sprechen, bis das Brot angeschnitten wird. Die Schweige-Regel ist hier aber relativ, denn summen, beatboxen oder grunzen darf man trotzdem). Danach waren wir noch auf einer Techno-Tanz-Party (allerdings: von einem A Capella Konzert zu einem jüdischen Dinner zu einer Techno-Party).

Samstag, 13.12.: Nach drei Stunden Schlaf zurück in die Bibliothek. Falls ich es noch nicht erwähnt habe: In der Bibliothek saß ich immer, wenn ich nicht gerade gesungen, gegessen oder getanzt habe. Schlaf existierte letzte Woche nur marginal und in Form von Power-Nickerchen in der Bib. Um 15Uhr hatte ich A Capella Probe, vier Weihnachtslieder inklusive „Hark how the bells…“ (da habe ich noch so eine Totally Stressed Erinnerung) und eines jüdischen Songs einstudiert, um dann gegen 18Uhr auf der Alumni-Feier zu singen. Die Konzerte liefen beide ganz gut, auch wenn ich meine Improvisation Skills wegen akuter Songtext-Amnesie anwenden musste.

Abends gab es eine Vor-Weihnachtsfeier mit meinen internationalen Kumpels und Kumpelinnen, was wirklich sehr schön und feierlich war. Wir haben uns alle reich und kreativ beschenkt. Ich habe mich riesig über meine Geschenke gefreut: María und Remi haben mit ein Paar pinke Sneakers (!!) und ein Kalender mit witzigen und „irrelevanten“ Sprüchen von Frauen geschenkt (so die Beschreibung), Piotr verteilte Kommunisten-Minz-Bonbons und hat mir ein „Feminismus und Popkultur“ Buch geschenkt (und dass von einem alles anzweifelnden Russen, mit dem ich leidenschaftliche Diskussionen führe), und Eva hat extra das „Spiegel Special“ über die USA aus Deutschland schicken lassen, weil ich es wirklich ziemlich vermisse, mich über den Spiegel aufzuregen (ACH ÜBRIGENS: Eva hat mit vor einigen Wochen einen kleinen Raum in der Bibliothek gezeigt, wo ausländische Zeitungen ausliegen, u.a. auch die „Zeit“ und der „Spiegel“, die ich jetzt wöchentlich lesen kann!).

Sonntag, 14.12.: Es schneit! Es schneit! ES SCHNEIT!! Bin morgens aufgewacht, blinzele aus dem Fenster und Reedn718183985_1737153_66011 präsentiert sich in feinster weißer Pracht. Es ist saukalt (-9°C – Ja! Celsius!) und unheimlich glatt. Zu meiner Überraschung bin ich dennoch noch nicht gefallen. Schneien tut es in Portland übrigens nicht sehr oft, deshalb rannten alle Reedies wie kleine Kinder durch den Schnee und tanzten. Eva ist morgens zurück nach Deutschland geflogen, María fliegt am 19.Dez, die Jungs und ich bleiben in den USA und reisen (ich nach South Carolina, am 18. Dezember). War ziemlich melancholisch, weil das erste Semester nun zu Ende ist und die Zeit hier so rennt…

Montag, 15.12.: Es schneit immer noch. Hausarbeiten geschrieben. Abends ein Abendessen mit ein paar KumpelInnen, die mich nun fast überredet haben, nächstes Semester Rugby zu spielen.

Dienstag, 16.12.: Hausarbeiten. FERTIG! Ich habe in der Bibliothek getanzt (wirklich).

Mittwoch, 17.12.: Weihnachts-Shopping mit María. Hab jetzt auch Geschenk für meine amerikanischen KumpelInnen (die im Gegensatz zu meinen UNGEDULDIGEN deutschen Kumpels bis Weihnachten warten müssen). Um 17:00 hätte ich eigentlich in der Bibliothek „Eye of the Tiger“ mitsingen müssen. Ja. In der Bibliothek. Kurze Erklärung: In der letzten Woche, die hier finals week heisst und wo alle Studis wie schlaflose Zombies in der Bib hocken, um ihre Hausarbeiten zu schreiben, erklingt zu jeder vollen Stunde „Eye of the Tiger“ und „Final Countdown“. Außerdem ist in der Bibliotheks-Lobby ein riesiger Tisch (Stimulance Table) mit Muntermachern aufgebaut (unter’m Tisch gibt’s auch so manch unkonventionelles Aufputschzeugs, hab ich mir sagen lassen). Die A Capella Gruppe hat jeden Tag einmal „Eye of the Tiger“ live performed, was ich irgendwie… hmm, naja… peinlich finde, also bin ich ganz froh, dass ich es heute WIEDER verpasst habe.

Jetzt: Wäsche waschen, Koffer packen. Haare färben. Film gucken. Kaffee trinken. Wetter checken: Portland, Oregon -8°C. Columbia, South Carolina 22°C. Mal so 30°C Unterschied! Das riecht nach Urlaub…hmmm. Morgen geht’s los! Endlich mal wieder schlafen!

Link der Woche:

Verrückte amerikanische Familie, die ihre Kinder entzückende Namen wir Adolf Hitler gibt und sich wundert, warum die örtliche Bäckerei keinen Kuchen backen will, auf dem steht: „Happy Birthday, Adolf Hitler“ (english).


Thesis Parade

Dezember 5, 2008

Kurz bevor das Semester zu Ende geht, gibt es eine noch Meeenge zu tun – z.B. 3 Hausarbeiten, ein Essay und ein Französisch-Exam. Da ich aber nun anscheinend ein wirklicher Reedie geworden bin, kann mich so gar nichts mehr stressen, so lange ich genug Kaffee habe und Schlaf ehr als Verschwendung kostbarer Lebenszeit ansehe. Irgendwie werde ich schon rund 40 Seiten in nun noch verbleibenden 10 Tagen schreiben. Ui ui.

Als ich dann heute zur Bibliothek gehen wollte, wurde mir der Weg von ein paar kreischenden, verkleideten und halbnackten (mich überrascht hier ja gar nichts mehr) Leuten aus der Abschlussklasse versperrt, die heute ihre (100seitigen!) Bachelorarbeiten abgeben mussten. Dies nennt sich „Thesis-Parade“ (Thesis = Abschlussarbeit) und wird gebührend mit der Verbrennung der ersten Rohfassung (draft) und einer darauf folgenden Sekt-Dusche gefeiert. Die Party wurde immer größer, die Marching Band spielt auf, Konfetti flog, alle tanzten und kreischten und das Feuerchen mit den Arbeiten brannte. Unglaublich aber wahr: es dauerte so eine Stunde und dann war alles vorbei. Energie getankt, etwas Alkohol ins Blut gemischt und dann: zurück in die Bibliothek. Sehr vorbildlich!

Hier ein paar Impressionen:

Das Verbrennen der Rohfassung der Bachelorarbeit und die verdiente Sektdusche nach einjähriger Arbeit!

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Die Bibliothek

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Die Marching Band

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Party! Um 3Uhr nachmittags! Schnell ‘nen Liter Sekt hintergekippt, aber dann schleunigst zurück an die Arbeit!

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Und ihr seid live dabei:


Seattle

Dezember 1, 2008

Am Freitag morgen um halb neun sollte es mit einem Leihauto nach Seattle (Washington) losgehen, aber da Piotr (wie immer) verschlafen hatte und nicht gerade der Schnellste ist, ging es erst gegen 10 Uhr los. Eine 3.5 stündige Fahrt lag vor uns, der erste Stop gleich nach 30 Minuten, um Kaffee und Frühstück zu besorgen.

Seattle Skyline
Seattle Skyline

Gegen 2 sind wir dann in Seattle angekommen, wo wir unsere Sachen im Green Tortoise Hostel ablegten, ein nettes kleines Hostel mitten in der Innenstadt Seattles, 5 Minuten vom Pike Place Market entfernt (wo der erste Starbucks der Welt eröffnet wurde). Die Nacht kostete $30, inklusive Frühstück und Thanksgiving Reste-Essen, was angesichts der Tatsache, dass wir in der Innenstadt wohnten, wirklich günstig ist.

Nach der Begutachtung der Zimmer seattle at night(wir hatten ein 6er Zimmer für uns 5, und die Betten hatten so kleine Gardinen, also etwas Privatsphaere) haben wir dann die Innenstadt erkundet, die voller Menschen war, denn Freitag war „Black Friday“ (Schwarzer Freitag) – der Tag nach Thanksgiving, wo die Geschäfte ihre Waren zu extrem guenstigen Preisen anbieten – der Startschuss fuer die Weihnachtseinkäufe quasi.

Wir klapperten ein paar Läden ab (u.a. auch H&M, denn das gibt’s in Portland nicht) und schlenderten durch die Innenstadt, die voller Weihnachtsdeko war; es gab auch einen kleinen Weihnachtsmarkt mit Karrussels. Inmitten der Menschenmasse fand auch eine kleine Anti-Konsum Demo statt. Nach Klamotten- und Büchershopping (KONSUM) haben wir im Einkaufszentrum gegessen, wonach die Jungs dann müde zurück ins Hostel gegangen sind. Maria, Eva und ich, erprobte Power-Shopper, blieben noch bis 22 Uhr in der Innenstadt, um ein paar Schnäppchen abzustauben. Schuhe habe ich leider nicht gefunden, obwohl meine Stiefel nun langsam auseinanderfallen.

spaceneedleAm naechsten Morgen haben wir uns erst einmal mit Kaffee eingedeckt (Seattle hat geschaetzte Trillionen Starbucks Filialien und etliche andere Kaffeehäuser) und sind dann mit so einer Art Schwebebahn zum Space Needle gefahren, eine Art Aussichtsturm und sozusagen das Symbol Seattles. Danach sind wir zurück in die Innenstadt zum Public Market, wo es so allerlei Touristik Zeugs gibt und kleinere Läden. Wir haben den ersten Starbucks-Laden der Welt besichtigt, russische Piroschky gegessen und den Strassenbands gelauscht. Dann sind wir in einen kleinen, sdscf0449ehr gut sortierten Buchladen namens Left Bank Books gegangen, wo man so einiges alternatives Buchwerk findet, u.a. habe ich einige Riot Grrrl Fanzines gefunden. Danach haben wir uns das Auto geschnappt und sind in die Fremont Nachbarschaft gefahren, eine Künstlergegend, wo man die Skyline von Seattle sehen kann. Nach einem missglückten Versuch, in eine Bar reinzukommen (unter 21 ist hier leider nichts zu machen – Piotr ist noch 20), spazierten wir in Fremont herum, bestaunten eine riesige Lenin Statue, kauften den dritten Kaffee des Tages und aßen dann in einem Burger Laden XXL Burger.

die internale Super-Truppe

die internationale Super-Truppe

Hier ein Video einer Musikantentruppe vorm ersten Starbucks der Welt:

Am Sonntag sind wir morgens erst einmal Piroschky essen gegangen, weil es sodscf0026 lecker war und haben noch mal lustigen Strassenmusikern zugehört. Dann ging’s ab ins Modern Art (Moderne Kunst) Musuem gegangen, wo u.a. eine Edward Hopper Ausstellung stattfand. Die Weihnachtsdeko im Vorraum, die von der Decke hing, war sehr interessant und irgendwie… unkonventionell!

Danach entschieden wir uns nach Olympia zu fahren, die Hauptstadt Washingtons. Dort gab es einen Weihnachtsmarkt und einen Kinder-Weihnachtsbaum. Sehr kleinstadtmäßig. Da wir in Seattle nicht zum Hafen gegangen sind, haben wir dies in Olympia getan, was abends nicht mehr so romantisch sondern irgendwie gruselig ist. Sind also schnell wieder in die Stadt zurück und in einem netten Restaurant essen gegangen. Danach hiess es: zurück nach Portland!

Da wir noch Zeit und Benzin im Tank hatten, entschieden wir uns nach 4-stündiger Fahrt, durch die Nachbarschaft des Reed Colleges zu fahren und kitschige Häuser mit Weihnachtsdeko auszuspähen. Und es ist wirklich nicht schwer, in den USA mit Weihnachtsdeko überladene Häuser zu finden, weil sich die Amisdscf0075 zu Weihnachten wohl sagen: Ganz oder gar nicht. Wir kamen aus dem Lachen nicht mehr raus und hielten an und machten Fotos von den schrecklichsten Häusern, hier unsere 1+:

Mehr Fotos von Seattle HIER.