Babyglück

Juni 12, 2009

Thomas BeatieThomas Beatie und seine Frau aus Oregon bekamen ihr zweites Kind. Und zwar Thomas, und nicht seine Frau (Die taz berichtet). Und die Mädchenmannschaft merkt an, dass so etwas in Deutschland auf Grund des Transexuellengesetzes leider nicht möglich sei, denn die Voraussetzungen für eine „erfolgreiche“ Geschlechtsumwandlung sei nur bei „dauernder Fortpflanzungsunfähigkeit“ und „geschlechtsangleichende Operationen“ gegeben. Aha. Transexuelle sollen also keine Kinder bekommen können, weil…?

(Foto von dailymail.co.uk)


Яenn Fairy Tale

Mai 3, 2009

dscf0455Freitag Mittag hat meine Kumpeline Dana ihre Bachelorarbeit abgegeben, was mit Schampus, einem festlichen  Lorbeer-Kranz als Kopfschmück und das Anbringen eines Stickers an die Wall of Fame der Seniors gefeiert wird.

Renn Fayre hat mit dem Einreichen der Abschlussarbeiten offiziell begonnen: 3 Tage Party, spielen, tanzen und chillen!

Renn Fayre begann mit der Thesis Parade, bei der die Seniors die Rohfassung ihrer Abschlussarbeiten verbrannten, der Schampus in Massen floß, sich alle abknutschten und dann die ganze Horde ins Eliot Hall Gebäude lief, um von Colin Diver, Präsident der Uni, beglückwunscht zu werden. Auf den Fotos seht ihr Dana auf dem Weg ihre Bachelorarbeit zu verbrennen und die drei Madels, Magda, Eva und Maria

Dana auf dem Weg, um ihre Arbeit zu verbrennen die drei Madels

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Hier brennen ein paar Bachelorarbeiten

Der Sekt flog nur so durch die Luft, die Arbeiten brannten, die Marching Band spielte auf und alle tanzten. Ich litt nach einer Weile an absoluter Reizüberflutung inklusive überhöhten Alkoholkonsum, so dass wir nach der Parade erst einmal für ein paar Stunden im deutschen Haus crashten. Danach fertig machen, denn überall auf’m Campus waren Parties. In der SU (Student Union, Partysaal) spielte eine afrikanische Band und danach gab’s Punkrock Party.

Es gab verschieden Lounges, die jeweils ein bestimmtes Thema hatten, z.B. die

  • „Blue Lounge Sub-Free“ (drogenfrei), wo Alkohol und sonstiges unerwünscht ist und wo man Lego spielen kann
  • einen Raum voller Luftballons zum Toben
  • einen Raum mit Matratzen zum chillen und pennen
  • eine Erdnussbutter und Marmeladen Station
  • ein Open-Mic Raum mit Kaffee und Tee, wo jede/r musizieren kann
  • Techno und Dancehall Raum

Samstag war es sonnig und überall aufm Campus gab es verschiedenste Veranstaltungen. Die Departments haben gegeneinander Softball gespielt (Soziologie gegen Anthropologie); es gab eine riesige Rutsche mitten vor Eliott Hall; Schokoladenbrunnen (!!!), Essensstände, Bands und MusikerInnen überall! Ein Highlight waren die  „Pictures“, eine Gruppe  nackter Reedies getunkt in blauer Farbe, die über den Campus rannten und jede/n umarmten und küssten, der/die nicht schnell genug nein schrie – die so genannten „Anti Pictures“ haben die die „Pictures“ mit oranger Farbe gejagt

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Es gab ein großes Festessen genannt „The Feast“, wo wir umsonst mit Lachs, Schwein, Maccaroni&Cheese und Kuchen verköstigt wurden (Reedies konnten im Vorfeld Punkte ihrer Essenskarte dafür sponsern)

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Bands haben draussen gespielt und selbst als es in Strömen regnete, tanzten alle einfach in den Pfützen weiter.

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Abends gab es ein riesiges Feuerwerk mit Musik und gegen Mitternacht gab es eine Überraschung in Form eines bekannten DJ’s, der nur für eine Stunde auflegte, weil er anscheinend unheimlich teuer war (unglaublich, es gibt etwas, was sich Reed nicht leisten kann!). Meine HA (house advisor) Marushka hat dann in der Blue Lounge beim Open Mic ein paar Lieder gesungen, als dann jemand vorschlug, dass ich doch auch mal was singen soll. Habe dann die Gitarre geschnappt und Fidelity gesungen, was mehr oder weniger gut klingt, wenn man schon lallig ist (aber in der alk-freien Zone nicht zugeben will, dass man schon getrunken hat)

Sonntag ging es munter weiter: es gab Unmengen an Spiele, Rodeo-Reiten, mehrere Bluegrass Bands und als Highlight eine Samba Marching Band, die den halben Campus zum tanzen brachte. Außerdem: ein Lube-Wrestling Contest

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Mir wurde auf keinen Fall zu wenig versprochen: Renn Fayre war ein superbes Fest! Absolute Reizüberflutung. Hippie Alumnis überall. Illegale Substanzen en masse. Teenager auf ein paar skurillen Trips… Aber letztendlich lief alles smooth. Die von den Studis organisierten Patrouillen sorgten dafür, dass nur Leute mit gelben Bändchen auf’n Campus waren. Die Wasser- und Bagel-Patrouillen versorgten die Hungrigen und Durstigen. Es war skurill, aber der Spass meines Lebens. 3 Tage durchgetanzt und nun hab ich genügend Power für die letzten Tage: Ab morgen habe ich 72 Stunden, bis ich meine Abschlussarbeiten einreichen muss. Und jetzt: Schlaf.

–> FOTOS.


Redneck Christmas (manche Dinge ändern sich nie)

Dezember 25, 2008

Auf USA Erklärt könnt ihr lesen, was die Amis so anders machen, wenn sie Weihnachten feiern. Ich hingegen hatte die ungewöhnlichsten, aber (im unkonventionellen Sinne) charmantesten Weihnachten EVER. Eine bizarre Mischung aus Anti-Kommerz, Über-Kitsch Kommerz und Südstaaten Flair.

24. Dezember: In der etwas crazy WG in Columbia, in der ich die ersten Tage verbracht habe, wurde ich mit lauter Metal Musik und für meinen Geschmack zu brutalen Videospielen geweckt. Weihnachtsstimmung: Null. Begrüßt wurde ich mit „Merry Fucking X-Mas“. Meine High School Freunde haben sich (glücklicherweise) nicht viel verändert. Nachdem wir 2h sinnlos youtube videos geguckt habe (ja, ich weiss, wie man Zeit verschwendet), sind wir gegen 17:30 Richtung Florence gefahren, damit ich meine Host Family besuchen kann: Debi (Host Mom) und Amanda (Gastschwester). Wir mussten immer mal wieder anhalten, weil der Reifen irgendwie Luft verlor. Weihnachtsabend auf Raststätten, irgendwie witzig. Weil es ungefähr 17°C war, hatte ich auch null Weihnachtsfeeling, also kein Problem.

In Florence angekommen hat Debi meinem Kumpel die letzten Anweisungen gegeben, um zu ihrem Haus zu gelangen, und als ich sie winken sah, haben wir beide angefangen zu schreien, ich bin aus dem Auto gesprungen und wir haben uns wie kleine Kinder gefreut. Es ist wirklich komisch: egal wie lange ich auch weg bin, wir quatschen sofort los, als wär ich nie weg gewesen. Amanda, nun ein Senior in High School, Varsity Cheerleader (= die besten), Präsidentin der Abschlussklasse UND Teilnehmerin der Miss Wahl an meiner ehemaligen West Florence High School (eine amerikanische Erfolgsstory, let me tell you…) war süß wie immer und wir hatten erst einmal einen lang überfälligen Mädchen-Talk (argh).

25. Dezember: offizieller Weihnachts-und-Geschenke-Austausch-Tag. Debi hat mich gegen 10:30am mit einem netten Weihnachtssong und dem reizenden Satz: „Alright, Maggie… get your ass up!!! Hahahahahah.“ aufgeweckt (wir lieben uns). Wir haben Geschenke ausgetauscht und Debi hat sich riesig über Mama’s Pakete aus Deutschland gefreut und besonders über die pinken Hausschuhe, die ich ihr gekauft habe, weil sie immer so friert. Jetzt haltet euch fest, was Debi mir geschenkt hat: Einen digitalen Schlüsselanhänger, auf dem man 60 Fotos speichern kann und eine Flasche feinsten TEQUILA. Yep. Das ist meine coole Gastmutter!

Wir haben uns dann aufgehübscht und mein Magen zeigte mir, dass es nicht so gut ist, 2 Tage nichts zu essen. Wir sind also gegen Mittag zu Debi’s Familie gefahren, eine richtig typische Redneck-Südstaaten Familie, die ordentlich Südstaaten Essen aufgetischt hat: Maccaroni&Cheese, fettige Bohnen, Stampfkartoffeln, Süßkartoffeln, verschiedene Fleischsorten, Gravy (Bratensosse), Pekanus-Kuchen… Alles war harmonisch wie immer: die Frauen arbeiteten in der Küche und die Männer versuchten draussen, Pecannüsse vom Baum zu schlagen. Bevor wir aßen, sollte einer der erwachsenen Söhne ein Gebet für alle sprechen, in dem er allen mitteilte, dass er Gott danke, dass er und seine Frau noch ein Kind haben werden… wir entzückend.

Das Haus war überkitscht mit (ungelogen) mindestens 100 tanzenden und singenden Weihnachtsfiguren, einen über-geschmückten Weihnachtsbaum, Weihnachts-Fussabtretern, Weihnachts-Seife im Bad, Weihnachtstellern… alles glänzend in gold, grün und rot.

Nach dem Essen gab’s Bescherung. Das kleinste Kind der Familie fing an (Achtung! Kinder-Sozialisation): Sie bekam eine Barbiepuppe, 6 Lipglosse, Haarreifen, eine pinke Mädchentafel, ein rosa Hemdchen, eine Baby-Born Puppe. u.s.w. Ich meine: LIPGLOSS! Sie ist 3 Jahre alt! Überraschenderweise bekam ich auch 2 Geschenke, ein South Carolina Armband und ein Pulli, den ich mit Debi’s Erlaubnis umtauschen darf (obwohl ich zugeben muss, dass dieser Pulli besser war als der, den ich vor 6 Jahren bekommen habe: rot mit Rentieren und grünen Mistelzweigen).

Sorry, aber das war alles irgendwie surreal. In South Carolina scheint auf jeden Fall die Zeit still zu stehen… Debi hat  das widergespiegelt, was ich gefühlt habe: Sie hat oft nur die Augen verdreht, denn das Verhältnis zwischen ihren hyper-religiösen Schwestern und meiner drolligen, rauchenden und trinkenden Gastmutter  (aka Heidin der Familie) war sichtlich gespannt. Als wir dann versuchten (scherzeshalber) einen Kuchen zu klauen, um ihn zu Hause zu essen, gefror dann auch das falsche Lächeln in den Gesichtern der Damen. Haha. Wir sind dann schnell gegangen, haben ein wenig im Haus gechillt und sind dann ins Kino um „Marley&Me“ zu gucken. Ziemlich langweilig (es ging um einen Hund), aber ein netter Weihnachtsausklang.

Ich würde gerne Fotos zeigen, um euch ein wenig an der Stimmung teilhaben zu lassen, aber ich kann momentan keine Fotos hochladen. Keine Ahnung, warum. Vielleicht streikt meine Kamera bei soviel 1950’s.


Thesis Parade

Dezember 5, 2008

Kurz bevor das Semester zu Ende geht, gibt es eine noch Meeenge zu tun – z.B. 3 Hausarbeiten, ein Essay und ein Französisch-Exam. Da ich aber nun anscheinend ein wirklicher Reedie geworden bin, kann mich so gar nichts mehr stressen, so lange ich genug Kaffee habe und Schlaf ehr als Verschwendung kostbarer Lebenszeit ansehe. Irgendwie werde ich schon rund 40 Seiten in nun noch verbleibenden 10 Tagen schreiben. Ui ui.

Als ich dann heute zur Bibliothek gehen wollte, wurde mir der Weg von ein paar kreischenden, verkleideten und halbnackten (mich überrascht hier ja gar nichts mehr) Leuten aus der Abschlussklasse versperrt, die heute ihre (100seitigen!) Bachelorarbeiten abgeben mussten. Dies nennt sich „Thesis-Parade“ (Thesis = Abschlussarbeit) und wird gebührend mit der Verbrennung der ersten Rohfassung (draft) und einer darauf folgenden Sekt-Dusche gefeiert. Die Party wurde immer größer, die Marching Band spielt auf, Konfetti flog, alle tanzten und kreischten und das Feuerchen mit den Arbeiten brannte. Unglaublich aber wahr: es dauerte so eine Stunde und dann war alles vorbei. Energie getankt, etwas Alkohol ins Blut gemischt und dann: zurück in die Bibliothek. Sehr vorbildlich!

Hier ein paar Impressionen:

Das Verbrennen der Rohfassung der Bachelorarbeit und die verdiente Sektdusche nach einjähriger Arbeit!

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Die Bibliothek

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Die Marching Band

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Party! Um 3Uhr nachmittags! Schnell ‘nen Liter Sekt hintergekippt, aber dann schleunigst zurück an die Arbeit!

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Und ihr seid live dabei:


Top 5 der Kuriositäten

November 19, 2008

Ich liebe ja die kleinen, obskuren Dinge im Leben. Und die USA sind irgendwie prädestiniert für solche Lacher. Deshalb lohnte es sich auf jeden Fall, ein kleines Album der Kuriositäten zusammenzustellen. Hier meine Favoriten:

1. Ich trinke Milch. Und zwar Milch, die von Kühen kommt. Unglaublich, aber wahr: „This milk comes from cows!“

2. Anscheinend halten die Amis folgende Vokabeln für essentiell im Französisch-Unterricht:

(zu deutsch: fett werden, dünn werden)

3. Ehrlichkeit scheint hier noch eine Tugend zu sein:

(zu deutsch: „Hast du hier heute (Donnerstag) zwischen 10Uhr morgens und 12Uhr mittags eine (semi-)große Summe an Geld liegen gelassen? Frag bei uns nach!„)

4. „Not for Girls“ („Nicht für Mädchen“) Ein Schokoriegel, der offenbar nicht in die Hände von Mädels gelangen sollte. Gefunden im Reed Bookstore. Und gleich gekauft. Und gegessen. Hmmmm.

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5. Ach übrigens: Wenn ihr denkt, dass euch das Web Anonymität gewährt, habt ihr euch geschnitten: Ich kann nämlich sehen, mit welchen Suchbegriffen ihr meine Seite gefunden habt. Meine persönliche Top 5

  1. magdarock sportland (yeah right!)
  2. rap parade in russland (??)
  3. französchische tagesdecken (???)
  4. nackedeis (ungefähr 5 die Woche – wtf?!)
  5. magda + sex + schnappi (oh bitte)

„scroungers“

November 10, 2008

Diesen Eintrag hatte ich schon lange geplant, denn folgende kleine Anekdote ist mal wieder klassisches Beispiel für proto-REED-ishes Verhalten. An dieser Schule gibt es scroungers. Jawohl: Scroungers (= SchnorrerInnen). Dies sind meistens Leute aus höheren Klassen, die keinen Essensplan haben (der billigste Meal-Plan kostet $4000 pro Jahr, der teuerste $5000!), sondern stattdessen das übriggebliebene Essen der anderen StudentInnen essen. Jawohl. Sie verputzen die Reste! Es gibt spezielle scrounger-Tische, auf denen Reedies ihre Reste abstellen, und wenn’s nicht gerade pappige Cornflakes sind, tümmeln sich auch bald ein paar mehr oder weniger arme und hungrige scroungers um den Tisch. Mehr oder weniger ‘arm’ deshalb, weil María letztens einen scrounger mit einer Gucci Brille sah – es scheint also nicht nur aus ökonomischen, sondern auch aus Prestige-Gründen erstrebenswert, ein scrounger zu sein. In der Orientierungswoche hat man uns erzählt, dass dies eine Tradition am Reed College sei und die scroungers keinesfalls komische SchmarotzerInnen sind. Unser Koordinator erzählte uns, dass viele StudentInnen kaum abwarten können, nicht mehr dem Zwang eines Essensplans unterworfen zu sein (die Erstsemester müssen einen Essensplan wählen) und es absolut cool finden, zu scroungen. Es ist wirklich gewöhnungbedürftig, meine Reste auf einen Tisch abzustellen und zu beobachten, wie ein paar crazy College-Kids hungrig mit ihren Gabeln in meinem halbaufgegessenen Spaghettis rumwühlen. Es gibt dennoch Regeln des scroungens, die Wichtigsten sind:

  1. Wenn du krank bist, gib es nicht den scroungers, sondern wirf dein Essen weg!
  2. Scroungers dürfen dich nicht nach Essen bitten. Es muss ein freiwilliger Akt sein, den scroungers etwas Essen abzugeben!
  3. Essen auf dem Scrounger-Tisch gehört jedem/jeder.

Es gab mehrere Versuche, die scroungers aus der Mensa zu vertreiben, aber die Reedies lieben ihre kleinen, absurden Traditionen und deshalb bleibt scrounging Bestandteil der Reed Kultur. Die scroungers haben sogar eigene T-Shirts (dafür hat das Geld gereicht), was wohl beweist: wenn schon schmarotzen, dann mit Stil!

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