Яenn Fairy Tale

Mai 3, 2009

dscf0455Freitag Mittag hat meine Kumpeline Dana ihre Bachelorarbeit abgegeben, was mit Schampus, einem festlichen  Lorbeer-Kranz als Kopfschmück und das Anbringen eines Stickers an die Wall of Fame der Seniors gefeiert wird.

Renn Fayre hat mit dem Einreichen der Abschlussarbeiten offiziell begonnen: 3 Tage Party, spielen, tanzen und chillen!

Renn Fayre begann mit der Thesis Parade, bei der die Seniors die Rohfassung ihrer Abschlussarbeiten verbrannten, der Schampus in Massen floß, sich alle abknutschten und dann die ganze Horde ins Eliot Hall Gebäude lief, um von Colin Diver, Präsident der Uni, beglückwunscht zu werden. Auf den Fotos seht ihr Dana auf dem Weg ihre Bachelorarbeit zu verbrennen und die drei Madels, Magda, Eva und Maria

Dana auf dem Weg, um ihre Arbeit zu verbrennen die drei Madels

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Hier brennen ein paar Bachelorarbeiten

Der Sekt flog nur so durch die Luft, die Arbeiten brannten, die Marching Band spielte auf und alle tanzten. Ich litt nach einer Weile an absoluter Reizüberflutung inklusive überhöhten Alkoholkonsum, so dass wir nach der Parade erst einmal für ein paar Stunden im deutschen Haus crashten. Danach fertig machen, denn überall auf’m Campus waren Parties. In der SU (Student Union, Partysaal) spielte eine afrikanische Band und danach gab’s Punkrock Party.

Es gab verschieden Lounges, die jeweils ein bestimmtes Thema hatten, z.B. die

  • „Blue Lounge Sub-Free“ (drogenfrei), wo Alkohol und sonstiges unerwünscht ist und wo man Lego spielen kann
  • einen Raum voller Luftballons zum Toben
  • einen Raum mit Matratzen zum chillen und pennen
  • eine Erdnussbutter und Marmeladen Station
  • ein Open-Mic Raum mit Kaffee und Tee, wo jede/r musizieren kann
  • Techno und Dancehall Raum

Samstag war es sonnig und überall aufm Campus gab es verschiedenste Veranstaltungen. Die Departments haben gegeneinander Softball gespielt (Soziologie gegen Anthropologie); es gab eine riesige Rutsche mitten vor Eliott Hall; Schokoladenbrunnen (!!!), Essensstände, Bands und MusikerInnen überall! Ein Highlight waren die  „Pictures“, eine Gruppe  nackter Reedies getunkt in blauer Farbe, die über den Campus rannten und jede/n umarmten und küssten, der/die nicht schnell genug nein schrie – die so genannten „Anti Pictures“ haben die die „Pictures“ mit oranger Farbe gejagt

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Es gab ein großes Festessen genannt „The Feast“, wo wir umsonst mit Lachs, Schwein, Maccaroni&Cheese und Kuchen verköstigt wurden (Reedies konnten im Vorfeld Punkte ihrer Essenskarte dafür sponsern)

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Bands haben draussen gespielt und selbst als es in Strömen regnete, tanzten alle einfach in den Pfützen weiter.

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Abends gab es ein riesiges Feuerwerk mit Musik und gegen Mitternacht gab es eine Überraschung in Form eines bekannten DJ’s, der nur für eine Stunde auflegte, weil er anscheinend unheimlich teuer war (unglaublich, es gibt etwas, was sich Reed nicht leisten kann!). Meine HA (house advisor) Marushka hat dann in der Blue Lounge beim Open Mic ein paar Lieder gesungen, als dann jemand vorschlug, dass ich doch auch mal was singen soll. Habe dann die Gitarre geschnappt und Fidelity gesungen, was mehr oder weniger gut klingt, wenn man schon lallig ist (aber in der alk-freien Zone nicht zugeben will, dass man schon getrunken hat)

Sonntag ging es munter weiter: es gab Unmengen an Spiele, Rodeo-Reiten, mehrere Bluegrass Bands und als Highlight eine Samba Marching Band, die den halben Campus zum tanzen brachte. Außerdem: ein Lube-Wrestling Contest

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Mir wurde auf keinen Fall zu wenig versprochen: Renn Fayre war ein superbes Fest! Absolute Reizüberflutung. Hippie Alumnis überall. Illegale Substanzen en masse. Teenager auf ein paar skurillen Trips… Aber letztendlich lief alles smooth. Die von den Studis organisierten Patrouillen sorgten dafür, dass nur Leute mit gelben Bändchen auf’n Campus waren. Die Wasser- und Bagel-Patrouillen versorgten die Hungrigen und Durstigen. Es war skurill, aber der Spass meines Lebens. 3 Tage durchgetanzt und nun hab ich genügend Power für die letzten Tage: Ab morgen habe ich 72 Stunden, bis ich meine Abschlussarbeiten einreichen muss. Und jetzt: Schlaf.

–> FOTOS.


Countdown: Renn Fayre

April 30, 2009

Heute stelle ich euch eine Tradition vor, welche nicht nur einer der beliebtesten sondern auch verrücktesten von Reed’s Traditionen darstellt: RENN FAYRE (original: Rennaissance Fayre).

Renn Fayre ist eine 3-Tages Party am Ende des akademischen Jahres, welche interessanterweise vor den Examen und Hausarbeiten-Deadlines stattfindet. Renn Fayre beginnt am Freitag mit der so genannten Thesis Parade, welche die Verbrennung der Rohfassung der Abschlussarbeit zelebriert und in einer großen Rumknutsch-und-Sauf-Orgie endet.

Im Vorfeld wurden Treffen zu Drogengebrauch, Sex und Alkoholkonsum gehalten und eine große Veranstaltung für alle ErstsemesterInnen (inklusive exchange students) in Vollum organisiert, für die in der E-Mail drum gebeten wurde, bitte keinen Pot zu rauchen. Die Veranstaltung wurde von ein paar biertrinkenden Junior und Senior Studis gehalten, die uns darauf hingewiesen haben, dass die unter 21jährigen (alle im Raum, ausser Magda), verantwortlich mit Alkohol und „sonstigem“ umgehen sollen, damit die Polizei nicht kommt und die Party platzt. Folgendes bietet Renn Fayre neben Live Musik, Hüpfburgen, Spielen, Alkohol etc.: einen Ausruh- und Chill-Raum voller Kuscheltiere, eine Gruppe von Studis, die sicherstellt, dass keine Unbefugte den Campus betreten (wir haben alle Bändchen um den Arm), es wird  eine extra Krankenstation (24h geöffnet) geben, ein Abschlussfeuerwerk etc. Die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm, weil vor ein paar Jahren Fremde auf den Campus gekommen sind und einen Schaden von $30.000 angerichtet haben. Eine Freundin hat mir folgendes Zitat geschickt, welches besagt, dass Renn Fayre wohl mal vom Playboy zu einer der besten Parties gewählt wurde. Ich weiss jetzt nicht, ob das gut oder schlecht ist…

Renn Fayre is Reed’s year end celebration. It was once listed in Playboy as one the coolest, most exclusive parties in the country, second only to burning man. Tickets are highly coveted by locals and nationwide party connoisseurs alike. Renn Fayre isn’t a party. It is a celebration our graduating class who have survived the agony of writing a thesis, completing a degree at one of the most difficult and prestigious schools in the country. It is celebrating the wild side of Reed and Reedies. We bring in outside performers, book our friends for varioius productions during the event and bring a loved one or three, but all of these people have made some valid contribution to the Reed community.

Wer ein Video von Reed’s Renn Fayre vom vorletztem Jahr ansehen will, klickt hier.

Heute ist mein letzter Unitag, morgen beginnt Renn Fayre. Dienstag und Mittwoch gebe ich meine Hausarbeiten ab und die Woche drauf habe ich noch ein Französisch Exam. Tja, und dann bin ich schon fast wieder da…


Drag Ball

April 1, 2009
Tunten von rechts nach links: Magda, Alex und Manu

Tunten von rechts nach links: Magda, Alex und Manu

Manu ist hier und zwar pünktlich zum berühmten Dragball, der letztes Wochenende stattgefunden hat. Mehr Infos auf Manu’s Blog. Ich leide an akuter Zeitnot, aber Fotos von uns duften Schnitten werde ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Krönung des Dragkings

Krönung des Dragkings

Krönung der Dragqueen

Krönung der Dragqueen

Heisse Dragqueens

Heisse Dragqueens

Dragkings (Marushi als fescher Businessman)

Dragkings (Marushi als fescher Businessman)

The Catwalk

The Catwalk

Federwimpern! 80er Ohrringe!

Federwimpern! Federboa! 80er Ohrringe! Doppelkinn!

Nie wieder High Heels. Höchstens für Manu

Nie wieder High Heels. Höchstens für Manu


Europop Trash Dance Party

März 2, 2009

Organisiert vom Deutschen, Französischen und Spanischen Haus stieg Samstag abends in der SU (Partyzone Reed’s) die Europop Trash Dance Party, mit allen europäischen Dance Pop Klassikern aus insbesondere den ‘90er Jahren. Ich kann stolz verkünden, dass ich kaum ein Ldscf0147aied kannte (was viel über meinen exzellenten Musikgeschmack aussagt), aber ich hatte trotzalledem unglaublich viel Spass. Zu einer trashy Party gehören nämlich auch coole Kostüme. Und in Sachen verkleiden sind die Reedies SpitzenmeisterInnen. Die Kostüme haben auch ein kleines bisschen gezeigt, wie man hier Europa wahrnimmt – da müssen wir wohl an unserem Image arbeiten… Viel Glitzer, knallenge Leggins in Neonfarben, Netzhemden, Hemden mit Schulterpolstern, Polyester. Erinnert ein wenig an DDR mit viel Sexappeal and Glitter. Hach, und es gab eine Zuckerwatte-Maschine! Und Unmengen an Lollipops! Und Neonröhrchen! Ich liebe dieses unbekannte Europa!

Mehr Fotos: Hier.

PS: Heute hat Konni (Bruder II) Geburtstag!! Endlich 21! Das heisst, dass du jetzt in den USA trinken kannst, oder besser: dass du in Deutschland jetzt schon 5 Jahre trinken kannst!


himmelhochjauchzendzutodebetrübt

Februar 16, 2009

Mein Wochenende kann ich mit einem Wort beschreiben: himmelhochjauchzendzutodebetrübt (man nennt das compound word).

Freitag, der 13. (ui ui): Nachmittags hatte ich einen kleinen Auftritt mit meiner A Cappella Gruppe, um die neuen Möbel der Student Union (=SU, der Party-Saal) zu zelebrieren. Reedies finden die eigenartigsten Gründe um Parties zu schmeissen. Danach sind wir zu einem Vortrag zum Thema „Internationale StudentInnen und Steuererklärung“ gegangen, wo ich null verstanden habe. Weil ich hier für das deutsche Department arbeite, muss ich solch eine aber ausfüllen. Hmm. Abwarten und Kaffee trinken. Nachdem ich dann Freitag Abend ergebnislos versucht habe, mich mit dem wasserähnlichen Tequila in einer Bar in der Nähe des Campus  zu betrinken, bin ich relativ früh schlafen gegangen, weil wir Samstag eine Menge auf dem Plan hatten.

Samstag, der 14.: Morgens sind Maria und ich erst einmal fleißig ein paar Bahnen in der Schwimmhalle geschwommen, welches anschliessend mit einem exorbitant riesigen Frühstück zelebriert wurde (wer schwimmt, darf essen – insbesondere Schokoladen-Pancakes). Danach ging’s Downtown Richtung Shopping. Ich habe mir endlich einen Badeanzug besorgt, da ich in der Schwimmhalle wegen meines Fake-Shorts-und-Shirt-Badeanzugs schon giftige Blicke einfing. Für’s Protokoll: Badeanzüge sind nicht meine besten Freundinnen. Punkt.

[Um eure Phantasie ein wenig anzuheizen, wie ich in einem Badeanzug aussehen KÖNNTE, checkt mal folgendes YouTube Video aus (bitte ignoriert den bescheuerten Songttext, aber nehmt zur Kenntnis, dass einer der Tänzerinnen in Wirklichkeit ein Tänzer ist. Long live Beyonce).]

Nach dem erfolgreichen Erwerb eines Badeanzugs haben wir die Jungs (Remi und Piotr) getroffen, um ins Kino zu gehen. Nachdem wir mehrere Kinos im Umkreis abgeklappert haben, weil alle sehenswerten Filme ausverkauft waren, landeten wir in einem kleinen, ziemlich merkwürdigen Kino, in dem man im Kinosaal essen (bzw. schmatzen) darf. Der Film, Frozen River, war exzellent; das Tellergeklapper allerdings nervtötend.

Danach Pizza essen und dann schnell zurück zum Campus, denn wir wollten den 14. Februar gebührend feieren: Und nein, nicht etwa Valentinstag, sondern das bulgarische Weinfest!!! Es gab Käse, Brot und Wein für alle, und Tequila für Magda. Tja, nun kann ich nicht mehr behaupten, dass ich mich von Alkohol noch nie übergeben habe. Erst neben’s deutsche Haus (was für ein starkes Statement, by the way) und dann in meinen Papierkorb. Unglaublich, wie weinerlich betrunkene Menschen (beziehungsweise ich) werden können. Die internationale Gang hat sich aber liebevoll um mich gekümmert, mir die Hand gehalten und mich dann ins Bett gebracht.

Sonntag, der 15.: Interessanterweise wache ich am nächsten Morgen völlig munter auf und mache mich auf in die Bibliothek. Alkohol ist leider keine Entschuldigung fuer Arbeitsverzögerung. Meine erste Arbeit ist schon wieder abgegeben. Abends hatte ich Probe mit meiner A Capella-Gruppe, in der wir entschieden haben, dass wir höchstwahrscheinlich den oben verlinkten Song singen werden. Beyonce A Cappella? Wir werden sehen.

In den letzten Tagen bin ich ziemlich sentimental, denn langsam dämmert es mir: In ein paar Tagen bin ich 6 Monate hier. Mir bleiben also nur noch ungefähr 4 Monate, bevor ich nach Berlin zurückfliege (sozusagen in das richtige Leben), was mich gleich einmal in eine existentielle Krise gestürzt hat. Ich habe noch so viel vor, und weiss, dass ich dann eine Menge hinter mir lassen muss…

Derweil werde ich mich mit ein paar Folgen „Target Women“ von Sarah Haskins aufmuntern. Hier eine zu Schokolade und hier eine zu Online Dating.


Columbia, SC

Dezember 21, 2008

Bevor ich nach South Carolina fliegen konnte, musste ich lernen, dass Schnee der Teufel ist. Zumindest in Portland, wo es wirklich selten Schnee gibt und die Strassen, der Flughafen und letztendlich die Menschen auch nicht auf soetwas vorbereitet sind. Als ich am Flughafen ankam, hatte mein Flug auch erst einmal eine Stunde Verspätung. (und facebook zu Folge auch die Flüge vieler Anderer). Beim Einchecken sagte mir ein netter Computer (nicht etwa ein Mensch), dass ich dadurch meinen Anschlussflug von Chicago, Illinois nach Columbia, South Carolina verpassen werde.  Als ich dann endlich mit einer Dame am Schalter reden durfte, meinte sie, dass ich mir keine Sorgen machen sollte: Ich hätte ja 20 Minuten Zeit den Anschlussflug zu bekommen und wenn ich den nicht bekomme, hach, dann geht halt der nächste Flug morgen früh. Krrr. Es ist hart, nett zu bleiben, wenn man jemanden schütteln und schreien will: ICH WILL IN URLAUB, VERDAMMTE AXT.

Naja, einchecken, Handgepäckkontrolle (habe übrigens eines dieser neuen Maschinen gesehen, wo man geröntgt wird, also quasi nackig präsentiert wird). Der Flug verlief ruhig, nen bissel gewackelt. Kurz bevor wir landeten, hat der Pilot durchgefragt, wer alles einen ziemlich engen Anschluss-Flug hat (etliche Passagiere melden sich); wir durften das Flugzeug dann als erste verlassen. 8 Minuten habe ich – dann geht mein nächster Flug. Ich renne los und verfluche den Chicago O’Hare Flughafen für seine Monströsität. Ich musste von Gate A nach J, was eine 15minütige Galopp-Strecke war. Einmal bleibe ich kurz stehen und checke auf dem Monitor, ob ich auch wirklich zum richtigen Gate laufe – da sehe ich, dass auch mein Anschlussflug Verspätung hat. Verspätungen haben doch etwas Gutes, wenn man dadurch nicht wie eine Irre durch den Flughafen rennen muss.

Gegen 22:30 Uhr bin ich in Columbia angekommen und spüre erst mal die feuchte Wärme, rund 20°C. Ich penne hier bei ein paar Freunden in  einer kleinen Stadt namens Irmo, nur ein paar Minuten vom Flughafen und von Columbia entfernt. Bin sofort ins Bett gefallen und habe bis 15 Uhr des nächsten Tages geschlafen. Dann war ich ein paar Stunden wach, hab Pizza gegessen und mit ein paar Leuten gechattet, TV geguckt und: geschlafen. Wieder bis 15 Uhr. Oh man, keine Ahnung, wie müde ich war (bin). Abends sind wir dann in eine Bar gegangen, wo ich ordentlich was gebechert habe ($20 – Flatrate Party). Da ich alle süßen Getränke probieren wollte, hatte ich heut morgen auch ‘nen ordentlichen Kopf nach all dem Gemixe. Naja, wieder so bis um 16:00 im Bett gelegen und habe abwechselnd gepennt und Maus zu Ende gelesen (bitte kaufen und lesen). Bin schon wieder müde und werd mich wohl vor den Fernseher setzen (4 Monate kein Fernseher mehr geguckt, wird ja wohl Zeit!!) und chillen. Und dann wieder schlafen. Hach, so kann’s weitergehen!


Der ultimative Rückblick

Dezember 17, 2008

OH MY GOD (gott ist hier ein weit gedehnter Begriff). Die letzten 2 Wochen waren verrückt: 3 Hausarbeiten fertig. 10, 15 und 18 Seiten. Mein Mini-irgendwie-doch-nicht-so-Mini-Forschungsprojekt über die internationalen Studis und Feminismus ist abgeschlossen. Französisch Exam geschrieben. Essay geschrieben. Und alles (fast) pünktlich abgegeben. Ansonsten noch tausend andere Dinge gemacht. Aber jetzt mal chronologisch:

Samstag, 6.12.: Nikolaus! Eine schöne Feier im Deutschen Haus mit einem Nikolaus, der Geschenkedsc007801 verteilt. Ich habe fleißig für die Nicht-Deutschen übersetzt (und weiß jetzt, welchen Beruf ich nicht ergreife) und viel Schokolade abgestaubt. Eva und ich hatten vor einiger Zeit den Weihnachtsbaum besorgt und das Haus war sehr festlich geschmückt. Hach.

Sonntag, 7.12.: Habe mit ein paar Mädels ein Fanzine namens „Rude Girl“ zusammengestellt, wofür ich ‘nen Comic gezeichnet habe.. Bin sehr stolz, mein erstes Zine ;-) !! Montag ging es dann in den Druck und wurde in der Uni verteilt. Nachmittags: A Capella-Chor Probe.

Dienstag, 9.12.: Letzte „Feminism – Comparative & Historical Perspectives on Women’s activism“ Klasse, die immer sehr angenehm und stressfrei war… werde ich ein wenig vermissen, auch Dank der tollen Professorin (die übrigens in der Ukraine geforscht hat und ganz entzückt war, dass ich ostdeutsche Wurzeln hab). Abends: A Capella Probe.

Mittwoch, 10.12: Letzte Französisch-Stunde mit Abschluss-Examen, beaucoup de subjonctive. Letzter „Sex, Gender & Political Theory“ Kurs, der inhaltlich und arbeitstechnisch (4 Essays und 2 Hausarbeiten) der wohl anspruchsvollste aber auch spannendste Kurs war.

Donnerstag, 11.12.: Abends bin ich zu einem informellen Abendessen mit all den Soziologie-HauptfächlerInnen und Profs gegangen, wo es lecker Essen im Potluck Style gab – ein Essen sozusagen, bei dem jede/r etwas mitbringen sollte. Man muss sich mal vorstellen, dass wir eine kleine, völlig private Feier mit unseren Profs in Berlin haben. Das will ich mal erleben… Danach: A Capella Probe.

Freitag, 12.12.: Morgens haben Eva und ich einen Studenten getroffen, der wahrscheinlich an die FU gehen möchte und ich habe ordentlich Werbung gemacht. Er ist Physiker und ich habe mit all meinen tollen (!) Physiker-FreundInnen angegeben. Danach habe ich kurz mit Eva die Noten für die Deutschklasse besprochen, die Eva unterrichtet und von denen ich die Hausaufgaben korrigiere. Bin ganz froh, jetzt erst mal ein paar Wochen von deutscher Grammatik verschont zu bleiben…

img_16531Abends: A Capella Konzert! Wir haben sechs A Capella Songs gesungen, unter anderem „Eye of the Tiger“, „Trashin the Camp“ aus dem Tarzan Film (yeah! check it out: youtube) oder „Fidelty“ von Regina Spektor, bei dem ich das Soloimg_1649 gesungen habe (hier eine wunderschöne Live-Version auf youtube). Die internationale Truppe war natürlich da und meine Gastfamilie auch, die mir einen kleinen Glücksbringer geschenkt hat (eine schützende Hand aus Tunesien).

Danach bin ich mit Jordan und Schwartz (aus meinem ÜBER-spannenden „Comparative Politcs„-Kurs und ohne die ich regelmäßig eingeschlafen wäre…) zu einem jüdischen Dinner gegangen, was ich ganz toll fand. Falls ich mal in ein tiefes Loch falle und nach Gott suche, nehme ich auf jeden Fall eine Thora in die Hand. Der Rabbi war witzig, herzlich und fröhlich und alle haben gesungen, wobei Beatbox-Laute und auf den Tischen trommeln äußerst erwünscht war. Ich habe ein paar sehr interessante Rituale mitgemacht (z.B. die Hände dreimal mit Wasser begießen vor dem Mahl und dann nicht sprechen, bis das Brot angeschnitten wird. Die Schweige-Regel ist hier aber relativ, denn summen, beatboxen oder grunzen darf man trotzdem). Danach waren wir noch auf einer Techno-Tanz-Party (allerdings: von einem A Capella Konzert zu einem jüdischen Dinner zu einer Techno-Party).

Samstag, 13.12.: Nach drei Stunden Schlaf zurück in die Bibliothek. Falls ich es noch nicht erwähnt habe: In der Bibliothek saß ich immer, wenn ich nicht gerade gesungen, gegessen oder getanzt habe. Schlaf existierte letzte Woche nur marginal und in Form von Power-Nickerchen in der Bib. Um 15Uhr hatte ich A Capella Probe, vier Weihnachtslieder inklusive „Hark how the bells…“ (da habe ich noch so eine Totally Stressed Erinnerung) und eines jüdischen Songs einstudiert, um dann gegen 18Uhr auf der Alumni-Feier zu singen. Die Konzerte liefen beide ganz gut, auch wenn ich meine Improvisation Skills wegen akuter Songtext-Amnesie anwenden musste.

Abends gab es eine Vor-Weihnachtsfeier mit meinen internationalen Kumpels und Kumpelinnen, was wirklich sehr schön und feierlich war. Wir haben uns alle reich und kreativ beschenkt. Ich habe mich riesig über meine Geschenke gefreut: María und Remi haben mit ein Paar pinke Sneakers (!!) und ein Kalender mit witzigen und „irrelevanten“ Sprüchen von Frauen geschenkt (so die Beschreibung), Piotr verteilte Kommunisten-Minz-Bonbons und hat mir ein „Feminismus und Popkultur“ Buch geschenkt (und dass von einem alles anzweifelnden Russen, mit dem ich leidenschaftliche Diskussionen führe), und Eva hat extra das „Spiegel Special“ über die USA aus Deutschland schicken lassen, weil ich es wirklich ziemlich vermisse, mich über den Spiegel aufzuregen (ACH ÜBRIGENS: Eva hat mit vor einigen Wochen einen kleinen Raum in der Bibliothek gezeigt, wo ausländische Zeitungen ausliegen, u.a. auch die „Zeit“ und der „Spiegel“, die ich jetzt wöchentlich lesen kann!).

Sonntag, 14.12.: Es schneit! Es schneit! ES SCHNEIT!! Bin morgens aufgewacht, blinzele aus dem Fenster und Reedn718183985_1737153_66011 präsentiert sich in feinster weißer Pracht. Es ist saukalt (-9°C – Ja! Celsius!) und unheimlich glatt. Zu meiner Überraschung bin ich dennoch noch nicht gefallen. Schneien tut es in Portland übrigens nicht sehr oft, deshalb rannten alle Reedies wie kleine Kinder durch den Schnee und tanzten. Eva ist morgens zurück nach Deutschland geflogen, María fliegt am 19.Dez, die Jungs und ich bleiben in den USA und reisen (ich nach South Carolina, am 18. Dezember). War ziemlich melancholisch, weil das erste Semester nun zu Ende ist und die Zeit hier so rennt…

Montag, 15.12.: Es schneit immer noch. Hausarbeiten geschrieben. Abends ein Abendessen mit ein paar KumpelInnen, die mich nun fast überredet haben, nächstes Semester Rugby zu spielen.

Dienstag, 16.12.: Hausarbeiten. FERTIG! Ich habe in der Bibliothek getanzt (wirklich).

Mittwoch, 17.12.: Weihnachts-Shopping mit María. Hab jetzt auch Geschenk für meine amerikanischen KumpelInnen (die im Gegensatz zu meinen UNGEDULDIGEN deutschen Kumpels bis Weihnachten warten müssen). Um 17:00 hätte ich eigentlich in der Bibliothek „Eye of the Tiger“ mitsingen müssen. Ja. In der Bibliothek. Kurze Erklärung: In der letzten Woche, die hier finals week heisst und wo alle Studis wie schlaflose Zombies in der Bib hocken, um ihre Hausarbeiten zu schreiben, erklingt zu jeder vollen Stunde „Eye of the Tiger“ und „Final Countdown“. Außerdem ist in der Bibliotheks-Lobby ein riesiger Tisch (Stimulance Table) mit Muntermachern aufgebaut (unter’m Tisch gibt’s auch so manch unkonventionelles Aufputschzeugs, hab ich mir sagen lassen). Die A Capella Gruppe hat jeden Tag einmal „Eye of the Tiger“ live performed, was ich irgendwie… hmm, naja… peinlich finde, also bin ich ganz froh, dass ich es heute WIEDER verpasst habe.

Jetzt: Wäsche waschen, Koffer packen. Haare färben. Film gucken. Kaffee trinken. Wetter checken: Portland, Oregon -8°C. Columbia, South Carolina 22°C. Mal so 30°C Unterschied! Das riecht nach Urlaub…hmmm. Morgen geht’s los! Endlich mal wieder schlafen!

Link der Woche:

Verrückte amerikanische Familie, die ihre Kinder entzückende Namen wir Adolf Hitler gibt und sich wundert, warum die örtliche Bäckerei keinen Kuchen backen will, auf dem steht: „Happy Birthday, Adolf Hitler“ (english).


Thesis Parade

Dezember 5, 2008

Kurz bevor das Semester zu Ende geht, gibt es eine noch Meeenge zu tun – z.B. 3 Hausarbeiten, ein Essay und ein Französisch-Exam. Da ich aber nun anscheinend ein wirklicher Reedie geworden bin, kann mich so gar nichts mehr stressen, so lange ich genug Kaffee habe und Schlaf ehr als Verschwendung kostbarer Lebenszeit ansehe. Irgendwie werde ich schon rund 40 Seiten in nun noch verbleibenden 10 Tagen schreiben. Ui ui.

Als ich dann heute zur Bibliothek gehen wollte, wurde mir der Weg von ein paar kreischenden, verkleideten und halbnackten (mich überrascht hier ja gar nichts mehr) Leuten aus der Abschlussklasse versperrt, die heute ihre (100seitigen!) Bachelorarbeiten abgeben mussten. Dies nennt sich „Thesis-Parade“ (Thesis = Abschlussarbeit) und wird gebührend mit der Verbrennung der ersten Rohfassung (draft) und einer darauf folgenden Sekt-Dusche gefeiert. Die Party wurde immer größer, die Marching Band spielt auf, Konfetti flog, alle tanzten und kreischten und das Feuerchen mit den Arbeiten brannte. Unglaublich aber wahr: es dauerte so eine Stunde und dann war alles vorbei. Energie getankt, etwas Alkohol ins Blut gemischt und dann: zurück in die Bibliothek. Sehr vorbildlich!

Hier ein paar Impressionen:

Das Verbrennen der Rohfassung der Bachelorarbeit und die verdiente Sektdusche nach einjähriger Arbeit!

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Die Bibliothek

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Die Marching Band

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Party! Um 3Uhr nachmittags! Schnell ‘nen Liter Sekt hintergekippt, aber dann schleunigst zurück an die Arbeit!

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Und ihr seid live dabei:


Halloween (und ganz viel andere Parties)

November 2, 2008

Endlich mal einen Grund, lustige Klamotten zu tragen und Zöpfe zu flechten, ohne schief angeguckt zu werden: Yes, it’s Halloween! Und zwar ganz international.

Freitag, 31.Okt. nachmittag haben sich die SprachlehrerInnen (language scholars), Eva (Deutschland), Remi + Timmothé (Frankreich), María (Spanien), Piotr (Russland) und Magda (hey, ich korrigiere Deutsch- hausaufgaben!) mit Maeve getroffen, die letztes Jahr in Deutschland war und dieses Jahr das deutsche Haus leitet), um ein wenig Halloween-Shopping zu erledigen. Wir sind in die coolsten Second-Hand Läden gefahren (u.a. in einem, wo man für einen Pfund Klamotten $1,49 bezahlt, ein Schnäppchen!) und haben teilweise geplant, teilweise improvisiert unsere Halloween-Kostüme zusammengestellt. Danach haben wir uns alle im Deutschen Haus getroffen und zusammen ordentlich ‘aufgedresst’ und vorgeglüht (Magda hat herausgefunden, dass Bier und Sprite eine exzellente Mischung. Radler?). Remi hat sich als Transe verkleidet (und hat einen Rock, BH und Schuhe von mir getragen!), Timothée war ein gelber Tiger, Maeve eine neckische Katze, Eva Amy Winehouse (und zwar unglaublich überzeugend!), Piotr ein trauriger Clown, María eine Prostituierte und ich Pippi Langstrumpf. Ja genau: Pippilotta Viktualia Rollgardina Schokominza Efraims Tochter Langstrumpf. So verwirklicht man sich einen Kindheitstraum!

Nachdem wir eine ausgiebige Fotosession gemacht haben, sind wir auf dem Campus rumgelaufen, um die Party in der ‘Student Union’ (großer Saal, wo die meisten Campus-Parties stattfinden) auszuchecken. Wir haben uns dann für eine Party ausserhalb des Campuses entschieden. Alle also rein ins Auto und zu einer riesen Haus-Party gefahren, wo alle draussen im Garten saßen. Ich finde es wunderbar, wie sich die meisten wirklich Gedanken über ihre Kostüme gemacht haben (u.a.: eine Meerjungfrau oder eine Banane oder Toastbrot oder…) und man sich keinen Kopf darüber macht, wie lächerlich man aussieht (hey, ich war ‘ne als Zwölfjährige!). Halloween fucking rocks!

Samstag, 1. Okt. fand der „Día de los Muertos“ (Tag der Toten) statt, den María mit dem spanischen Haus organisiert hatte. Tolles Essen und eine coole Party-Band cooles Mariachi-Ensemble (Dank Phil kennen wir nun das offizielle Wort), die uns am Ende so einheizte, dass wir eine Parade in der Halle getanzt haben. Oh ja. Sieht zwar im Video ein wenigs leer aus, wurde aber noch voll und sehr lustig! Hier ein kleines Video:

Abend gab es noch den Harvest Ball (Herbstball), wo sich noch einmal alle in ihre kreativsten Kostüme geschmissen haben und eine tolle Party-Band mit ordentlich Percussion den Saal gerockt hat. Wir haben bis um 2 ordentlich abgedanct und dann bin ich völlig kaputt ins Bett gefallen. Party machen bin ich nicht mehr so richtig gewöhnt. Hey, aber dafür kann ich schnell lesen.

Mehr Fotos gib’s wie immer: hier.


Von deutschen Festen, Portland und Art Spiegelman

Oktober 11, 2008

Eva und das wunderbare Essen

Die letzte Woche stand auf jeden Fall im Zeichen der Deutschtümelei, welche durch den 3. Oktober (erinnere: Tag der deutschen Einheit) eingeleitet wurde. Eva, die deutsche language scholar (Sprachlehrerin) und ich durften abends stellvertretend für das deutsche Department an die University of Portland fahren und den „Day of German Unity“ feiern, organisiert u.a. von dem deutschen Generalkonsultat in San Francisco und dem Staate Niedersachsen. Und ja, es wurden beide Nationalhymnen gesungen. Live, mit Piano und Sopranette. Die Reden waren unheimlich deutsch – Achtung: es folgen Stereotype – steif, verdammt unlustig und holprig. Aber ein Blick auf das reichhaltige Buffett ließ auf Besserung hoffen, und wirklich: gebackener Camembert gewälzt in Nüssen, Schinken, Rotkohl, Brot und Unmengen an Dips, Salate, Apfelstrudel und Käsekuchen… yammyamm. Dafür höre ich mir auch gerne mal die deutsche Nationalhymne an.

Obwohl wir hauptsächlich mit Essen beschäftigt waren, haben wir uns kurz mit einem Exil-Deutschen unterhalten, der aus dem Osten geflohen ist, nach Amerika gegangen ist, ohne Abitur hier studieren durfte und nun schon fast 50 Jahre hier lebt. Seine ganze Familie ist in Deutschland geblieben. Wenn ich so etwas höre, kriege ich immer Gänsehaut…

Am Samstag, den 4. Oktober, haben wir der Uni erst einmal komplett den Rücken gekehrt: Wir sind wir schön gemütlich frühstücken gegangen (Portland hat echt viele tolle Kaffeehäuser) und danach ein wenig in der Gegend rumspaziert, um die letzten Sonnenstrahlen einzufangen. An diesem Tage habe ich übrigens 1.) mein zukünftiges Auto entdeckt ($38.000), 2.) mein zukünftiges Hochzeitskleid erspäht ($20) und 3.) mein zukünftiges Häuschen besichtigt (??$, Portland hat so viele, putzige bunte Häuser!!)

Remí und María

Abends sind wir in einem herrlichen Restaurant mir vielen französischen Gerichten gewesen, besonders zur Freude der beiden französischen language schloars Remí und Timmothé, die sich über tollen Wein und Camembert freuten. Wenn wir abends weggehen, müssen wir übrigens immer darauf achten, dass wir unsere Pässe oder einen anderen amtlich anerkannten Ausweis mit uns haben, weil wir sonst noch nicht mal ein Restaurant geschweige denn eine Bar betreten dürfen. Selbst wenn man keinen Alkohol trinken möchte, muss man in Bars immer und in Restaurants ab 22Uhr einen Ausweis vorlegen, der beweist, dass man über 21 Jahre ist und demnach Alkohol trinken darf. Einmal hatte ich nur meinen internationalen Studienausweis dabei, der nach Oregon-Gesetzt nicht rechtsgültig ist,und wir mussten die Bar verlassen.

... eine der vielen Brücken von Portland
… eine der vielen Brücken von Portland

Nachts sind wir dann noch ein in wenig Downtown Portland spaziert, eine der letzten angenehmen Nächte übrigens, die letzte Woche wurde nämlich extrem kalt. Es erscheint fast so, als gäbe es hier keinen Herbst: nachdem wir vorletzte Woche noch Sonnenschein und moderat warmes Wetter geniessen konnten, wurde es schlagartig kalt, so dass es nachts kaum mehr als 5°C sind.

Nach diesem schönen Tag hiess es wieder: Zurück an die Bücher, denn es stehen die mid-terms an (Prüfungen und Hausarbeiten zur Mitte des Semesters). Ich muss zwei kürzere Hausarbeiten (5-7 Seiten), ein Französisch-Exam schreiben und eine kommentierte Bibliographie fertigstellen (15 wissenschaftliche Arbeiten raussuchen, lesen, zusammenfassen und erklären, inwiefern diese mir bei der Beantwortung meiner Forschungsfrage für meinen Comparative Politcs helfen). Bin damit auf jeden Fall überfordert, weil ich ja nebenbei auch noch für die laufenden Kurse lesen und mich vorbereiten muss. Unter der Woche heisst das für mich, dass ich nur lese und lerne.

Gestern (Freitag, 10. Oktober) folgte dann aber ein anderes Highlight: Oktoberfest!! Und zwar mein allererstes. Das deutsche Haus hatte alles vorbereitet vor der Freifläche der Mensa und es war ein feuchtfröhliches Fest mit Bier, Bretzeln, Kartoffelsalat, Würstchen, Polka und einem Bierzelt, in dem nur Leute über 21 reindruften – sehr untypisch für Reed, denn ansonsten macht man sich hier eher weniger Sorgen, wenn Minderjährige trinken. Mehr Fotos gibt’s: hier!

Hier außerdem noch ein kleines Video (mit Maeve, die ein Jahr in München war und nun House Advisor des Deutschen Hauses ist.

Dieser Abend war übrigens voll mit kulturellen Überraschungen: Art Spiegelmann, Pulitzer Preis-Gewinner für seinen Comic „Maus“, hat hier einen Gastvortrag gehalten! In „Maus“ verarbeitet Spiegelman Erlebnisse seiner Eltern, die Auschwitz überlebt haben, in Form eines Comics, welches z.B. Juden als Mäuse und Nazis als Katzen darstellt. Unheimlich spannend, habe ich mir schon vor ein paar Wochen gekauft, hatte aber leider noch keine Zeit, mehr als 3 Seiten zu lesen. Der Vortrag war irre interessant und immer mit Comicabbildungen begleitet. Spiegelman, der sich erst einmal eine Zigarette auf der Bühne ansteckte, sprach u.a. über die verschiedenen Arten, wie man ein Comic strukturieren kann oder welche verschiedenen Formen es gibt. Er war wunderbar sarkastisch und untermalte seinen Vortrag mit vielen Comicstrips. Das war auf jeden Fall der beste Vortrag, den ich bisher von einem Gastvortragenden gehört habe. Fotos waren zwar nicht erlaubt, aber hey, ich bin ein Tourist. Also heimlich am Ende schnell ein Foto geknipst… Hinter dem Pult, das ist er!!

So, das war viel und alles auf einmal, aber unter der Woche ist einfach kaum an was anderes als Bücher zu denken – aber das ist bald vorbei: denn ab dem 18. Oktober habe ich eine Woche Herbstferien. Und dann geht’s ab in den wärmeren Süden…!