Wirtschaftskrise kickt in – Reed muss hilfsbedürftige Studis ablehnen

Juni 10, 2009

Heute großes Thema in der New York Times: Wegen der Wirtschaftskrise kann Reed dieses Jahr nicht so viele StudentInnen annehmen, die finanzielle Hilfe (financial aid) benötigen. Ein trauriges Beispiel für eine private Institution, die ab diesem Jahr $50.000 (!) im Jahr verlangt und nun leider nicht mehr so vielen hilfsbedürftigen StudentInnen ein Stipendium anbieten kann, was momentan für 50% der Reed Studis gilt. Einer der Grundprinzipien des Colleges ist (war?), niemanden auf Grund von Geldmangel abzulehnen. Das ist nun wahrscheinlich vorbei. Und wer traut sich denn dann noch, dort eine Bewerbung hinzuschicken und nach finanzieller Hilfe zu fragen? Ich finde, dass man ein paar reiche Alumnis nach Geld fragen sollten (nicht mich, ich bin noch auf Jobsuche).

(Danke Jessica, für den Link)


Abschied, Graduation, Flughafen

Mai 19, 2009

Die letzten Tage waren unglaublich anstrengend, weil Aufwiedersehen sagen und traurig sein unheimlich ermuedend ist. Habe mit fast allen meinen KumpelInnen Abschied gefeiert:

Donnerstag abend hatte die internationale Gang ihr letztes gemeinsame Dinner. Ich habe jedem ein Fotoalbum gemacht, Peter hat uns jedem ein Buch geschenkt und Remi hatte uns herzzerreissende Briefe ins Postfach gelegt. 

Freitag haben wir meinen franzoesischen Bruder morgens um 4 Uhr zum Flughafen gefahren, nachmittags habe ich mit Molly, meiner ACapella Kumpanin, in der Sonne Kuchen gegessen, abends sind wir mit anderen internationalen Studis peruanisch essen gegangen und danach Bier trinken mit Dana und Pooja, meine (Leid)Genossinen aus meinem Franzoesisch Kurs.

Samstag habe ich wie wild gepackt.

Sonntag haben wir fruehs schoen in der Sonne gefruehstueckt und sind anschliessend ein letztes Mal nach Hawthorne gefahren um Ben&Jerrys Milkshake und Kaffee zu trinken. Da unsere Kumpeline Polia uns Karten fuer das Graduation-Dinner geschenkt hat, haben wir abends schoen gegessen, bei Live Musik noch mal ordentlich abgedanct und Fotos mit Reed Praesident Colin Diver gemacht. 

Montag war dann GrDSCF0074aduation der Senior Class. Es war superheiss und der Reed Campus war voll mit Verwandten und der stolzen Abschlussklasse.

 

 

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IMG_2926 Maeve hat ihren Abschluss!

 

IMG_2775 IMG_2830  Magda und Maria am dancen

 Peter, Maria, Colin Diver (Praesident von Reed College), Eva und Polia

 

 

 

 

 

So. Und jetzt sitze ich im Portland Flughafen und warte auf meinen Flug nach New York. Habe eine Stunde geschlafen und bin munter wie ein Eichhoernchen. Eva, Maria und Peter haben mich zum Flughafen gebracht. Einchecken war problemlos. Bald bin ich zu Hause.


Яenn Fairy Tale

Mai 3, 2009

dscf0455Freitag Mittag hat meine Kumpeline Dana ihre Bachelorarbeit abgegeben, was mit Schampus, einem festlichen  Lorbeer-Kranz als Kopfschmück und das Anbringen eines Stickers an die Wall of Fame der Seniors gefeiert wird.

Renn Fayre hat mit dem Einreichen der Abschlussarbeiten offiziell begonnen: 3 Tage Party, spielen, tanzen und chillen!

Renn Fayre begann mit der Thesis Parade, bei der die Seniors die Rohfassung ihrer Abschlussarbeiten verbrannten, der Schampus in Massen floß, sich alle abknutschten und dann die ganze Horde ins Eliot Hall Gebäude lief, um von Colin Diver, Präsident der Uni, beglückwunscht zu werden. Auf den Fotos seht ihr Dana auf dem Weg ihre Bachelorarbeit zu verbrennen und die drei Madels, Magda, Eva und Maria

Dana auf dem Weg, um ihre Arbeit zu verbrennen die drei Madels

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Hier brennen ein paar Bachelorarbeiten

Der Sekt flog nur so durch die Luft, die Arbeiten brannten, die Marching Band spielte auf und alle tanzten. Ich litt nach einer Weile an absoluter Reizüberflutung inklusive überhöhten Alkoholkonsum, so dass wir nach der Parade erst einmal für ein paar Stunden im deutschen Haus crashten. Danach fertig machen, denn überall auf’m Campus waren Parties. In der SU (Student Union, Partysaal) spielte eine afrikanische Band und danach gab’s Punkrock Party.

Es gab verschieden Lounges, die jeweils ein bestimmtes Thema hatten, z.B. die

  • „Blue Lounge Sub-Free“ (drogenfrei), wo Alkohol und sonstiges unerwünscht ist und wo man Lego spielen kann
  • einen Raum voller Luftballons zum Toben
  • einen Raum mit Matratzen zum chillen und pennen
  • eine Erdnussbutter und Marmeladen Station
  • ein Open-Mic Raum mit Kaffee und Tee, wo jede/r musizieren kann
  • Techno und Dancehall Raum

Samstag war es sonnig und überall aufm Campus gab es verschiedenste Veranstaltungen. Die Departments haben gegeneinander Softball gespielt (Soziologie gegen Anthropologie); es gab eine riesige Rutsche mitten vor Eliott Hall; Schokoladenbrunnen (!!!), Essensstände, Bands und MusikerInnen überall! Ein Highlight waren die  „Pictures“, eine Gruppe  nackter Reedies getunkt in blauer Farbe, die über den Campus rannten und jede/n umarmten und küssten, der/die nicht schnell genug nein schrie – die so genannten „Anti Pictures“ haben die die „Pictures“ mit oranger Farbe gejagt

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Es gab ein großes Festessen genannt „The Feast“, wo wir umsonst mit Lachs, Schwein, Maccaroni&Cheese und Kuchen verköstigt wurden (Reedies konnten im Vorfeld Punkte ihrer Essenskarte dafür sponsern)

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Bands haben draussen gespielt und selbst als es in Strömen regnete, tanzten alle einfach in den Pfützen weiter.

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Abends gab es ein riesiges Feuerwerk mit Musik und gegen Mitternacht gab es eine Überraschung in Form eines bekannten DJ’s, der nur für eine Stunde auflegte, weil er anscheinend unheimlich teuer war (unglaublich, es gibt etwas, was sich Reed nicht leisten kann!). Meine HA (house advisor) Marushka hat dann in der Blue Lounge beim Open Mic ein paar Lieder gesungen, als dann jemand vorschlug, dass ich doch auch mal was singen soll. Habe dann die Gitarre geschnappt und Fidelity gesungen, was mehr oder weniger gut klingt, wenn man schon lallig ist (aber in der alk-freien Zone nicht zugeben will, dass man schon getrunken hat)

Sonntag ging es munter weiter: es gab Unmengen an Spiele, Rodeo-Reiten, mehrere Bluegrass Bands und als Highlight eine Samba Marching Band, die den halben Campus zum tanzen brachte. Außerdem: ein Lube-Wrestling Contest

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Mir wurde auf keinen Fall zu wenig versprochen: Renn Fayre war ein superbes Fest! Absolute Reizüberflutung. Hippie Alumnis überall. Illegale Substanzen en masse. Teenager auf ein paar skurillen Trips… Aber letztendlich lief alles smooth. Die von den Studis organisierten Patrouillen sorgten dafür, dass nur Leute mit gelben Bändchen auf’n Campus waren. Die Wasser- und Bagel-Patrouillen versorgten die Hungrigen und Durstigen. Es war skurill, aber der Spass meines Lebens. 3 Tage durchgetanzt und nun hab ich genügend Power für die letzten Tage: Ab morgen habe ich 72 Stunden, bis ich meine Abschlussarbeiten einreichen muss. Und jetzt: Schlaf.

–> FOTOS.


Countdown: Renn Fayre

April 30, 2009

Heute stelle ich euch eine Tradition vor, welche nicht nur einer der beliebtesten sondern auch verrücktesten von Reed’s Traditionen darstellt: RENN FAYRE (original: Rennaissance Fayre).

Renn Fayre ist eine 3-Tages Party am Ende des akademischen Jahres, welche interessanterweise vor den Examen und Hausarbeiten-Deadlines stattfindet. Renn Fayre beginnt am Freitag mit der so genannten Thesis Parade, welche die Verbrennung der Rohfassung der Abschlussarbeit zelebriert und in einer großen Rumknutsch-und-Sauf-Orgie endet.

Im Vorfeld wurden Treffen zu Drogengebrauch, Sex und Alkoholkonsum gehalten und eine große Veranstaltung für alle ErstsemesterInnen (inklusive exchange students) in Vollum organisiert, für die in der E-Mail drum gebeten wurde, bitte keinen Pot zu rauchen. Die Veranstaltung wurde von ein paar biertrinkenden Junior und Senior Studis gehalten, die uns darauf hingewiesen haben, dass die unter 21jährigen (alle im Raum, ausser Magda), verantwortlich mit Alkohol und „sonstigem“ umgehen sollen, damit die Polizei nicht kommt und die Party platzt. Folgendes bietet Renn Fayre neben Live Musik, Hüpfburgen, Spielen, Alkohol etc.: einen Ausruh- und Chill-Raum voller Kuscheltiere, eine Gruppe von Studis, die sicherstellt, dass keine Unbefugte den Campus betreten (wir haben alle Bändchen um den Arm), es wird  eine extra Krankenstation (24h geöffnet) geben, ein Abschlussfeuerwerk etc. Die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm, weil vor ein paar Jahren Fremde auf den Campus gekommen sind und einen Schaden von $30.000 angerichtet haben. Eine Freundin hat mir folgendes Zitat geschickt, welches besagt, dass Renn Fayre wohl mal vom Playboy zu einer der besten Parties gewählt wurde. Ich weiss jetzt nicht, ob das gut oder schlecht ist…

Renn Fayre is Reed’s year end celebration. It was once listed in Playboy as one the coolest, most exclusive parties in the country, second only to burning man. Tickets are highly coveted by locals and nationwide party connoisseurs alike. Renn Fayre isn’t a party. It is a celebration our graduating class who have survived the agony of writing a thesis, completing a degree at one of the most difficult and prestigious schools in the country. It is celebrating the wild side of Reed and Reedies. We bring in outside performers, book our friends for varioius productions during the event and bring a loved one or three, but all of these people have made some valid contribution to the Reed community.

Wer ein Video von Reed’s Renn Fayre vom vorletztem Jahr ansehen will, klickt hier.

Heute ist mein letzter Unitag, morgen beginnt Renn Fayre. Dienstag und Mittwoch gebe ich meine Hausarbeiten ab und die Woche drauf habe ich noch ein Französisch Exam. Tja, und dann bin ich schon fast wieder da…


Workshop: „White Privilege – Blinded by Whiteness“

April 25, 2009

Heute habe ich einen Workshop mitgestaltet, der die Konstruktion von „Weißheit“ und die damit verbundenen Privilegien kritisch untersucht. Ich war für die Gruppendiskussion verantwortlich (dass jede/r mal drankommt etc.) , was aber problemlos verlief, da wir letztendlich nur 12 Leute waren. Den Workshop hat eine Psychologin geleitet, die eine 680 (!) seitige Dissertation schrieb mit dem Namen: „Blinded by Whiteness: Understanding and Transforming Internalized Racism and White  Privilege“ (Geblendet von Weissheit: Internalisierten Rassismus und „White Privilege“ verstehen und transformieren).  Die Beschreibung war wir folgt:

This workshop will plumb the depths of American history and explore the roots of racism in America as a means to illuminate the ways racism is both institutionalized and internalized. This will allow us to identify some of the ways racist worldviews permeate our society and imagine ways to improve it. It will be conducted by Dr. Nancy Rogene, author of a 680-page dissertation on racism as a complex of the American cultural psyche.

Wir haben folglich die historische Entwicklung und Institutionalisierung von „White Privilege“ in europäisch-amerikanischer Geschichte untersucht und diskutiert, welche Auswirkungen das auf die heutige amerikanische Gesellschaft hat. Stichwort: Gesundheitssystem, Gefängnissystem, Wirtschaft und Ausbildung. Einer der prominentesten Forscher und Sprecher zu diesem Thema ist Tim Wise, der von dem neuem „Rassismus web 2.0″ spricht, der weniger offensichtlich, aber genauso gefährlich ist. Hier ein beeindruckendes Video:

Wer ein wenig mehr Interesse hat, checkt mal folgende Bücher aus:

Angela Davis – Are Prisons Obsolete? (2003)

Paula S. Rothenberg: White Privilege (2007)

Time Wise – Between Barack and a Hard Place: Racism and White Denial in the Age of Obama (2009)

Und hier noch die seeehr interessante Studie, die Tim Wise im Video erwähnte, in der 5000 identische Job-Bewerbungen rausgeschickt wurden, jeweils versehen mit „weiß“ oder „schwarz“ konnotierten Namen und man herausfand, dass die Antwort-Rate auf von angeblich weissen BewerberInnen geschriebenen Bewerbungen 50% höher war. Die Antwortrate war erst ungefähr gleich, als man durchschnittlich qualifizierte Bewerbungen von weissen BerwerberInnen gleichzeitig mit überdurchschnittlichen Bewerbungen (im Durchschnitt 8 Jahre mehr Erfahrung) von schwarzen BewerberInnen abschickte.

Are Emily and Greg more employable than Lakisha and Jamal? A field Experiment in Labor Market Discrimination“ (2003, pdf)

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Magda lebt…

April 16, 2009

… nutzt ihre Zeit aber (im akademischen Sinne) nicht immer sinnvoll. Obwohl ich bereits an meinen Abschlussarbeiten werkele, und versuche, zumindest das Meiste meines Lesestoffes auch wirklich zu lesen, habe ich mir vorgenommen, so viel wie möglich hier noch zu erleben und mich mit vielen Leute zu betrinken zu treffen und nicht nur in der Bibliothek zu hocken.

Als Manu in den letzten Wochen hier war, hatte ich zeitweise meine Arbeit niedergelegt (in manchen Ländern nennt man das Streik), und

  • mit Eva und dem deutschen Department einen Filmabend organisiert („What Revolution?“ – Ostdeutschland 20 Jahre nach dem Mauerfall)
  • mit Manu und Alex Reed’s Fetish-Ball besucht (wo Manu und ich tolle Masken getragen haben)
  • war im Kino (Revolutionary Road!) & shoppen & lecker essen (Pizza mit Trüffeln)
  • habe eine tolle Vorlesung von Kimberly Springer zu „Black Feminists’s Critique on Neoliberalism“ gehört
  • einer zukünftige Studentin Reed gezeigt („Host a Prosby“-Programm)
  • unnütze Facebook Tests gemacht (wo u.a. rauskam, dass meine heimliche Nationalität schwedisch ist)
  • ein dekantes Osterfest verlebt, für das Eva extra ein Buffett ins deutsche Haus hat liefern lassen (Dank ihrere Essenskarte, auf der noch so viele Punkte drauf sind)

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  • Und: wir haben ein Dinner im Titanic Style besucht! Dafür wurde extra ein Teil der Mensa abgesperrt und ein original Titanic Dinner aufgetischt. Und wir haben den Dresscode natürlich ernst genommen: Piotry und Remi haben sich über ihre Anzüge Schwimmwesten übergezogen, Maria und Eva spielen die gutbürgerlichen 1. Klasse Madels und ich bin die neureiche, russische Extravaganza.

Dank Eva hier ein paar Fotos:

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Nun geht’s aber in den akademischen Endspurt. For real. Alle Hausarbeiten sind in 3 Wochen fällig, und nebenbei noch Kurse besuchen, lesen, und die anderen tollen non-akademischen Dinge machen, die ich so plane. (z.B. vielleicht mal nen bissel Sightseeing in Portland, ähm). Die Umfragen für eines meiner Research-Projekte („Non-professionelle RockmusikerInnen in Berlin“) habe ich abgeschickt und sammele und analysiere nun die Antworten (liebe MusikerInnen, bitte meine Umfragen ausfüllen ;-) ). Die anderen beiden Hausarbeiten haben zumindest schon ein Thema und Theorie.

Ansonsten: Kaffee trinken und Kuchen essen.


Drag Ball

April 1, 2009
Tunten von rechts nach links: Magda, Alex und Manu

Tunten von rechts nach links: Magda, Alex und Manu

Manu ist hier und zwar pünktlich zum berühmten Dragball, der letztes Wochenende stattgefunden hat. Mehr Infos auf Manu’s Blog. Ich leide an akuter Zeitnot, aber Fotos von uns duften Schnitten werde ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Krönung des Dragkings

Krönung des Dragkings

Krönung der Dragqueen

Krönung der Dragqueen

Heisse Dragqueens

Heisse Dragqueens

Dragkings (Marushi als fescher Businessman)

Dragkings (Marushi als fescher Businessman)

The Catwalk

The Catwalk

Federwimpern! 80er Ohrringe!

Federwimpern! Federboa! 80er Ohrringe! Doppelkinn!

Nie wieder High Heels. Höchstens für Manu

Nie wieder High Heels. Höchstens für Manu


Europop Trash Dance Party

März 2, 2009

Organisiert vom Deutschen, Französischen und Spanischen Haus stieg Samstag abends in der SU (Partyzone Reed’s) die Europop Trash Dance Party, mit allen europäischen Dance Pop Klassikern aus insbesondere den ‘90er Jahren. Ich kann stolz verkünden, dass ich kaum ein Ldscf0147aied kannte (was viel über meinen exzellenten Musikgeschmack aussagt), aber ich hatte trotzalledem unglaublich viel Spass. Zu einer trashy Party gehören nämlich auch coole Kostüme. Und in Sachen verkleiden sind die Reedies SpitzenmeisterInnen. Die Kostüme haben auch ein kleines bisschen gezeigt, wie man hier Europa wahrnimmt – da müssen wir wohl an unserem Image arbeiten… Viel Glitzer, knallenge Leggins in Neonfarben, Netzhemden, Hemden mit Schulterpolstern, Polyester. Erinnert ein wenig an DDR mit viel Sexappeal and Glitter. Hach, und es gab eine Zuckerwatte-Maschine! Und Unmengen an Lollipops! Und Neonröhrchen! Ich liebe dieses unbekannte Europa!

Mehr Fotos: Hier.

PS: Heute hat Konni (Bruder II) Geburtstag!! Endlich 21! Das heisst, dass du jetzt in den USA trinken kannst, oder besser: dass du in Deutschland jetzt schon 5 Jahre trinken kannst!


Was für eine Woche

Januar 31, 2009

28. Janaur:

29. Januar:

  • Frankreich streikt. Während der Spiegel International (english) von einem Misserfolg spricht, stellt die Huffington Post (english) so einige Erfolge fest.
  • Der Lilly Ledbetter Fair Pay Act of 2009 wurde von Obama unterschrieben! Jenes Gesetz setzt die Verjährungsfrist von Gehaltsdiskriminierung mit jedem neuen Gehaltscheck zurück (im Gegensatz zum vorherigen Gesetz, welches den ersten Gehaltscheck als Stichtag nahm), was eine Klage nun auch nach Jahren nicht bemerkter Gehaltsdiskriminierung ermöglicht. „Change“ in zwei Bildern ausgedrückt:

Das erste Bild zeigt Bush, umringt von seinen Kumpanen, mit denen er 2003 ein Gesetz unterschreibt, welches Abtreibung im fortgeschritten Status unter Strafe stellt

Partial Birth Abortion Ban Act of 2003

Das zweite Bild zeigt Obama 2009, der das oben beschriebene Gesetz unterschreibt. Lily Ledbetter Fair Pay Act of 2009

Via Pursuit of Harpyness.

  • Magda hat all dies verschlafen, weil sie amerikanische Medizin (NyQuil) genommen hat, die sie für 24h völlig ausgeknockt hat. Ich habe nun den offiziellen Rekord im Krank-Sein gebrochen (4mal in 6 Wochen oder 6 Wochen hintereinander, wie man es auch interpretieren mag)

http://i153.photobucket.com/albums/s212/chardunk/HappyVeganBirthdayVeggies.jpg30. Januar:

  • Ein wahrlich historischer Tag. Mein Bruder hat Geburtstag und wird irgendwas mit 20. Und wenn ich etwas mehr Zeit habe, kümmere ich mich auch um ein angemessenes Geschenk.
  • Außerdem: ich habe jetzt meine Noten vom letzten Semester, welche das Reed College anscheinend ungern aushändigt, da ich erstens den so genannten Transkript beantragen und dann auch noch bezahlen musste. In einem kleinen Statement zur Noten-Politik am Reed (hier, als PDF in english) heisst es, dass Noten die StudentInnen nicht vom Lernen abhalten sollen. Und dass unter den Arbeiten in der Regel keine Noten, aber längere Kommentare stehen (oh ja!), weil konstruktive Kritik ja mehr sagt als eine Note. Reedies haben mir erklärt, dass es wohl eher etwas damit zu tun hat, dass die Uni keinen Aufstand der Studis wünscht, da gute Noten hier weniger großzügig verteilt werden. Also alles schön geheim halten.

31. Januar:

  • Vor ein paar Stunden wurde bekannt gegeben: US-Republikaner wählen erstmals Schwarzen zum Parteichef (zitiert nach Spiegel). Ich finde die RepublikanerInnen ja echt pfiffig: Erst versuchen sie es mit der Frauenquote und nun wählen sie auch noch eine Afroamerikaner. Wo soll das nur enden??
  • Es ist Freitag Nacht und ich kontrolliere Deutsch-Hausaufgaben. Anstatt mir auf einer College-Party Tequila den Rachen runterzujagen, versuche ich nun, das auf Grund meines gestrigen Totalausfalls Versäumte zu lesen.  Das Semester hat offiziell begonnen!

Der ultimative Rückblick

Dezember 17, 2008

OH MY GOD (gott ist hier ein weit gedehnter Begriff). Die letzten 2 Wochen waren verrückt: 3 Hausarbeiten fertig. 10, 15 und 18 Seiten. Mein Mini-irgendwie-doch-nicht-so-Mini-Forschungsprojekt über die internationalen Studis und Feminismus ist abgeschlossen. Französisch Exam geschrieben. Essay geschrieben. Und alles (fast) pünktlich abgegeben. Ansonsten noch tausend andere Dinge gemacht. Aber jetzt mal chronologisch:

Samstag, 6.12.: Nikolaus! Eine schöne Feier im Deutschen Haus mit einem Nikolaus, der Geschenkedsc007801 verteilt. Ich habe fleißig für die Nicht-Deutschen übersetzt (und weiß jetzt, welchen Beruf ich nicht ergreife) und viel Schokolade abgestaubt. Eva und ich hatten vor einiger Zeit den Weihnachtsbaum besorgt und das Haus war sehr festlich geschmückt. Hach.

Sonntag, 7.12.: Habe mit ein paar Mädels ein Fanzine namens „Rude Girl“ zusammengestellt, wofür ich ‘nen Comic gezeichnet habe.. Bin sehr stolz, mein erstes Zine ;-) !! Montag ging es dann in den Druck und wurde in der Uni verteilt. Nachmittags: A Capella-Chor Probe.

Dienstag, 9.12.: Letzte „Feminism – Comparative & Historical Perspectives on Women’s activism“ Klasse, die immer sehr angenehm und stressfrei war… werde ich ein wenig vermissen, auch Dank der tollen Professorin (die übrigens in der Ukraine geforscht hat und ganz entzückt war, dass ich ostdeutsche Wurzeln hab). Abends: A Capella Probe.

Mittwoch, 10.12: Letzte Französisch-Stunde mit Abschluss-Examen, beaucoup de subjonctive. Letzter „Sex, Gender & Political Theory“ Kurs, der inhaltlich und arbeitstechnisch (4 Essays und 2 Hausarbeiten) der wohl anspruchsvollste aber auch spannendste Kurs war.

Donnerstag, 11.12.: Abends bin ich zu einem informellen Abendessen mit all den Soziologie-HauptfächlerInnen und Profs gegangen, wo es lecker Essen im Potluck Style gab – ein Essen sozusagen, bei dem jede/r etwas mitbringen sollte. Man muss sich mal vorstellen, dass wir eine kleine, völlig private Feier mit unseren Profs in Berlin haben. Das will ich mal erleben… Danach: A Capella Probe.

Freitag, 12.12.: Morgens haben Eva und ich einen Studenten getroffen, der wahrscheinlich an die FU gehen möchte und ich habe ordentlich Werbung gemacht. Er ist Physiker und ich habe mit all meinen tollen (!) Physiker-FreundInnen angegeben. Danach habe ich kurz mit Eva die Noten für die Deutschklasse besprochen, die Eva unterrichtet und von denen ich die Hausaufgaben korrigiere. Bin ganz froh, jetzt erst mal ein paar Wochen von deutscher Grammatik verschont zu bleiben…

img_16531Abends: A Capella Konzert! Wir haben sechs A Capella Songs gesungen, unter anderem „Eye of the Tiger“, „Trashin the Camp“ aus dem Tarzan Film (yeah! check it out: youtube) oder „Fidelty“ von Regina Spektor, bei dem ich das Soloimg_1649 gesungen habe (hier eine wunderschöne Live-Version auf youtube). Die internationale Truppe war natürlich da und meine Gastfamilie auch, die mir einen kleinen Glücksbringer geschenkt hat (eine schützende Hand aus Tunesien).

Danach bin ich mit Jordan und Schwartz (aus meinem ÜBER-spannenden „Comparative Politcs„-Kurs und ohne die ich regelmäßig eingeschlafen wäre…) zu einem jüdischen Dinner gegangen, was ich ganz toll fand. Falls ich mal in ein tiefes Loch falle und nach Gott suche, nehme ich auf jeden Fall eine Thora in die Hand. Der Rabbi war witzig, herzlich und fröhlich und alle haben gesungen, wobei Beatbox-Laute und auf den Tischen trommeln äußerst erwünscht war. Ich habe ein paar sehr interessante Rituale mitgemacht (z.B. die Hände dreimal mit Wasser begießen vor dem Mahl und dann nicht sprechen, bis das Brot angeschnitten wird. Die Schweige-Regel ist hier aber relativ, denn summen, beatboxen oder grunzen darf man trotzdem). Danach waren wir noch auf einer Techno-Tanz-Party (allerdings: von einem A Capella Konzert zu einem jüdischen Dinner zu einer Techno-Party).

Samstag, 13.12.: Nach drei Stunden Schlaf zurück in die Bibliothek. Falls ich es noch nicht erwähnt habe: In der Bibliothek saß ich immer, wenn ich nicht gerade gesungen, gegessen oder getanzt habe. Schlaf existierte letzte Woche nur marginal und in Form von Power-Nickerchen in der Bib. Um 15Uhr hatte ich A Capella Probe, vier Weihnachtslieder inklusive „Hark how the bells…“ (da habe ich noch so eine Totally Stressed Erinnerung) und eines jüdischen Songs einstudiert, um dann gegen 18Uhr auf der Alumni-Feier zu singen. Die Konzerte liefen beide ganz gut, auch wenn ich meine Improvisation Skills wegen akuter Songtext-Amnesie anwenden musste.

Abends gab es eine Vor-Weihnachtsfeier mit meinen internationalen Kumpels und Kumpelinnen, was wirklich sehr schön und feierlich war. Wir haben uns alle reich und kreativ beschenkt. Ich habe mich riesig über meine Geschenke gefreut: María und Remi haben mit ein Paar pinke Sneakers (!!) und ein Kalender mit witzigen und „irrelevanten“ Sprüchen von Frauen geschenkt (so die Beschreibung), Piotr verteilte Kommunisten-Minz-Bonbons und hat mir ein „Feminismus und Popkultur“ Buch geschenkt (und dass von einem alles anzweifelnden Russen, mit dem ich leidenschaftliche Diskussionen führe), und Eva hat extra das „Spiegel Special“ über die USA aus Deutschland schicken lassen, weil ich es wirklich ziemlich vermisse, mich über den Spiegel aufzuregen (ACH ÜBRIGENS: Eva hat mit vor einigen Wochen einen kleinen Raum in der Bibliothek gezeigt, wo ausländische Zeitungen ausliegen, u.a. auch die „Zeit“ und der „Spiegel“, die ich jetzt wöchentlich lesen kann!).

Sonntag, 14.12.: Es schneit! Es schneit! ES SCHNEIT!! Bin morgens aufgewacht, blinzele aus dem Fenster und Reedn718183985_1737153_66011 präsentiert sich in feinster weißer Pracht. Es ist saukalt (-9°C – Ja! Celsius!) und unheimlich glatt. Zu meiner Überraschung bin ich dennoch noch nicht gefallen. Schneien tut es in Portland übrigens nicht sehr oft, deshalb rannten alle Reedies wie kleine Kinder durch den Schnee und tanzten. Eva ist morgens zurück nach Deutschland geflogen, María fliegt am 19.Dez, die Jungs und ich bleiben in den USA und reisen (ich nach South Carolina, am 18. Dezember). War ziemlich melancholisch, weil das erste Semester nun zu Ende ist und die Zeit hier so rennt…

Montag, 15.12.: Es schneit immer noch. Hausarbeiten geschrieben. Abends ein Abendessen mit ein paar KumpelInnen, die mich nun fast überredet haben, nächstes Semester Rugby zu spielen.

Dienstag, 16.12.: Hausarbeiten. FERTIG! Ich habe in der Bibliothek getanzt (wirklich).

Mittwoch, 17.12.: Weihnachts-Shopping mit María. Hab jetzt auch Geschenk für meine amerikanischen KumpelInnen (die im Gegensatz zu meinen UNGEDULDIGEN deutschen Kumpels bis Weihnachten warten müssen). Um 17:00 hätte ich eigentlich in der Bibliothek „Eye of the Tiger“ mitsingen müssen. Ja. In der Bibliothek. Kurze Erklärung: In der letzten Woche, die hier finals week heisst und wo alle Studis wie schlaflose Zombies in der Bib hocken, um ihre Hausarbeiten zu schreiben, erklingt zu jeder vollen Stunde „Eye of the Tiger“ und „Final Countdown“. Außerdem ist in der Bibliotheks-Lobby ein riesiger Tisch (Stimulance Table) mit Muntermachern aufgebaut (unter’m Tisch gibt’s auch so manch unkonventionelles Aufputschzeugs, hab ich mir sagen lassen). Die A Capella Gruppe hat jeden Tag einmal „Eye of the Tiger“ live performed, was ich irgendwie… hmm, naja… peinlich finde, also bin ich ganz froh, dass ich es heute WIEDER verpasst habe.

Jetzt: Wäsche waschen, Koffer packen. Haare färben. Film gucken. Kaffee trinken. Wetter checken: Portland, Oregon -8°C. Columbia, South Carolina 22°C. Mal so 30°C Unterschied! Das riecht nach Urlaub…hmmm. Morgen geht’s los! Endlich mal wieder schlafen!

Link der Woche:

Verrückte amerikanische Familie, die ihre Kinder entzückende Namen wir Adolf Hitler gibt und sich wundert, warum die örtliche Bäckerei keinen Kuchen backen will, auf dem steht: „Happy Birthday, Adolf Hitler“ (english).