Hawaii: Wilde Tiere und Natur pur

März 24, 2009

21. März: Es war der offiziell schööönste Tag meines Lebens, denn ich habe mir einer meiner größten Wünsche erfüllt: María und ich sind mit Haien geschwommen, und zwar auf offener See, in einem stahlsicheren Käfig umringt von ungefähr zwanzig 1 bis 2.5m langen Sand- und Tigerhaien.

Der Kapitän und der Haikäfig im Hintergrund

Der Kapitän und der Haikäfig im Hintergrund

Mittags gegen 12 ist das kleine Boot losgedüst, ungefähr 3 Meilen Richtung unendlich tiefer blauer Ozean. Als wir den Käfig so auf offener See erblickten, wurde uns schon ganz murmelig. Schlecht war uns sowieso schon, denn die Wellen schlugen ziemlich hoch und das Boot bog sich gewaltig. Einer der Herren warf dann ein paar Leckerbissen ins Wasser, welche nach ein paar Sekunden von den ersten Rudeln Haien genüßlich verschlungen wurden. Bald reckten so ungefährhttp://www.mhabluetzel.ch/Haie/Sandhai%201%20150x100.jpg 10 Flossen um unser Boot herum aus dem Wasser. Zuerst stiegen die ersten fünf mutigen Leute in den Käfig. Zu unserem Schrecken wurde der Käfig dann vom Boot gestossen, hing nur noch mit einem Seil befestigt im Wasser und schwang dort so fröhlich hin und her. Nach zwanzig Minuten wurde ausgewechselt und María und ich stiegen in den Käfig. Mit meiner Unterwasserkamera habe ich hoffentlich ein paar gute Bilder machen können, weiss es aber nicht, da es unheimlich geschaukelt hat (Bild rechts von google geklaut). Die Haie kamen ziemlich dicht an den Käfig und die besonders die Augen waren faszinierend. Der größte Sandhai war ungefähr 2.5m lang und schwomm schön langsam an uns vorbei. Wir haben unsere Füsse und Hände schön an die sicheren Stangen gekrallt, damit wir auch ja keinen Finger verlieren!

Danach sidscf0053nd wir an den Schildkröten Strand gefahren und haben ein paar coole Turtles besucht.

dscf00801Außerdem haben wir den Sonnenuntergang in Hawaii genossen

22. März: An diesem schönen Tage sind wir im Weimea Valley spazieren gegangen, eine schöne gartenmäßige Wanderstrecke, die am Ende in einem Wasserfall mündet (Achtung LOST Fans!). Die Flora&Fauna des Gebiets war wunderschön. Ein wahrhaftiges Paradies mit irren Farben und Geräuschen!

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23. März: Letzter Tag. Einmal gaaaanz früh aufstehen, Sachen packen und nach Waikiki zurückfahren, denn wir wollten eine Wal-Tour mitmachen. Auf einem großen Schdscf0091iff mit dem glitzernden Namen Starlett saßen wir umringt von Familien und japanischen Touris und hofften auf ein paar beeindruckende Wale. Leider zeigte sich immer nur sehr weit weg von uns hier und da eine Walflosse; ich war aber sehr zufrieden mit der sonnigen Schifffahrt und der tollen Kulisse. Letzer Tag in Hawaii… Abends ging’s zum Flughafen und dann mit einem Nachtflug zurück nach Portland.

24. März: Heute Morgen sind wir mehr oder weniger frisch und munter gelandet. Habe eine Arbeit im Flugzeug beendet und pünktlich 10 Uhr Deadline abgeschickt. Als wir @Reed ankamen, wartete in meinem Zimmer schon eine Überrschaung: Manu war aus Deutschland angereist und hatte es sich schon in meinem Zimmer bequem gemacht. Um 1 ging dann wieder die Uni los. Nächste zwei Arbeiten kündigen sich schon nächste Woche an. Back to work!

Eine Menge Fotos gibt’s hier.

Und zu guter Letzt noch ein paar Videos:

Hai-Tour (leider kann man die Haie nicht so richtig sehen)

Ausblick über Oahu auf unsere Wandertour

Byodo-In Temple

Sandy Beach und ein paar krasse Wellen

Hula-Tanz Klasse


El Paradiso

März 22, 2009
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Sandy Beach

18. März: Morgens sind wir ins Auto gesprungen, um die Ostküste nordwärts nach schönen Stränden Ausschau zu halten. Traumhafte Kulissen, strahlender Sonnenschein, Palmen und weißer Sand. Wie im Bilderbuch. Der Strand mit dem klangvollen Namen Sandy Beach war vor einer wunderschönen Bergkulisse und sehr verlockend, denn die Wellen schlugen hoch; laut eines roten Schilds gefährlich hoch. Ins Wasser reinzukommen war schon schwer, denn man musste einen günstigen Moment abwarten, schnell reinsprinten und hoffen, dass man nicht von den Wellen wieder ans Land gespült wird. Ein paar blutige Schrammen folgten, denn das Wasser war unglaublich mächtig. Mit Natur ist halt nicht zu scherzen. Der Strand ist auf Grund der guten Wellen auch sehr beliebt bei Surfern.

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Blick über Oahu

Nach dem Baden sind wir auf einer Mini-Wandertour einen kleinen Berg hochgegangen, auf dessen Spitze man halb Oahu überblicken konnte. Beeindruckend waren besonders die Wassermassen, die sich um die Insel herum bis ins Unendliche ziehen. Es ist ein ganz eigenartiges Gefühl zu wissen, dass Hawaii ein klitzekleiner Punkt im riesigen Pazifik ist. Das beste Erlebnis des Tages waren die Wale, die wir von weitem beobachten konnten. Wir sahen mehrere Rudel, die zwar ziemlich weit entfernt, aber noch sichtbar im Wasser spielten. Unglaublich!

19. März: Magda hat Geburtstag. Und zwar 3mal. Nach deutscher, oregonscher und hawaiianischer Zeit. Nun bin ich alt wie ein Baum mit 23 Ringen.

dscf01901Es war warm, aber etwas bedeckt, also heute mal kein schwimmen im azurblauen Wasser. Wir schnappten uns unser Leihauto und fuhren an der Westküste entlang, um den Byodo-In Temple im Valley of the Temples zu besichtigen, ein Tempel erbaut nach japanischem Vorbild zu Ehren der ersten japanischen Einwanddscf0170erInnen in den 1960ern. Auf dem Weg dahin hielten wir an einer Straßenecke, um ein paar Kokosnüsse und Bananenchips zu kaufen und picknickten an einem schönen Palmenstrand. María und Remí sangen Happy Birthday für mich und ich durfte die Kerzen auf meinen Geburtstags-Doughnut auspusten. Danach fuhren zum besagten Tempel, der inmitten eines Friedhofes gelegen war; sehr beeindruckend vor einer Gebirgskulisse, die halb im Nebel lag.

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María und ich vor dem Byodo-In Temple

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Byodo-In Temple

Abends sind María und ich ein wenig Touri-shoppen gegangen und trafen uns dann mit Remí in der Cheesecake Factory um ein anständiges Geburtstags-Mahl zu schnabulieren.

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Die MitarbeiterInnen haben ein Geburtstagsständchen gesungen und ich habe Eis und Käsekuchen bekommen. Hmm. Schokoladen-Käsekuchen. Vollgestopft und glücklich sind wir dann ins Bett gefallen. Remi hat mir mein Geburtstagsgeschenk von Piotr, dem Russki, gegeben, ein Buch, dass How to talk about books you haven’t read (Wie man über Bücher redet, die man nie gelesen hat) heißt. Genau das richtige Buch für mich, um mein Lesepensum in Reed ein wenig einzuschränken.

Am nächsten Tag mussten wir unsere Sachen packen und Honolulu auf Wiedersehen sagen. Es ging Richtung Norden, zum Northshore, wo es weniger touristisch als der Waikiki Strand im südlichen Honolulu ist, super Wanderrouten gibt und die Wellen unglaublich sind. Hier finden z.B. diese ganzen Surfwettbewerbe statt.

20. März: Wir haben gegen 9 Uhr morgens unsere Sachen gepackt und ins Surfer-Dörfchen Haleiwa gefahren, wo unser Hostel im Norden Oahu’s liegt. Auf dem Weg dahin sind wir an ein paar Stränden angehalten, um zu schwimmen. Hadscf0065be ein wenig zu viel Sonne abbekommen, und hatte dann ordentlich Kopfschmerzen. Obwohl ich mich hier alle 30 Minuten mit Sonnencreme einschmiere, habe ich mit heute einen kleinen Sonnenbrand eingefangen. Hawaii’s Sonne ist also stärker als Sonnenschutz 50.

Das Hostel ist ein kleiner Bungalowkomplex, wo fast nur Surfer wohnen. Es gibt keine Türen und die Fenster sind nur mit Moskito-Schutz behangen. Alles sehr rudimentär und urig und buntbemalt mit bunten Surfer Bildern. Aber jetzt erst einmal schlafen, Urlaub ist unglaublich anstrengend ;-)

Und hier noch ein wenig Strand-Aloha

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Magda und Remi mit viel Aloha

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María, Miss Spain

Videos und Fotos folgen. Die Internet-Verbindung ist leider nicht so gut und ich bin müüüüde.

ALOHA!!


Hawaiiii

März 18, 2009

Wir sind jetzt fast 3 Tage in Hawaii und schon jetzt spüre ich ein gewaltiges ALOHA (was neben hallo und tschüß auch Liebe heisst). Wir befinden uns auf der Insel Oahu in Honolulu in der Nähe von Waikiki, der Touri-Platz par exellence, wo wir die nächsten Tage noch in einem kleinem Hostel schlafen werden. Ab morgen haben wir ein Auto und fahren dann die Insel ostwärts an der Küste entlang nach Kailua, wo es einer der schönsten Strände geben soll. Ab Donnerstag schlafen wir dann irgendwo im Norden, um den Teil der Insel zu erforschen.

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Aber mal von vorn:

15. März: Sonntag morgen haben sich Remí, María und ich zum Flughafen aufgemacht, wo unser Flieger gegen Mittag Richtung winzig kleiner Punkt im Pazifik (auch genannt Hawaii) abhob. Die 6 Stunden Flug waren qualvoll und voller Hunger (ähm, irgendwie hatte keiner so richtig daran gedacht, dass der Flug 1. verdammt lang und 2. Essen nicht umsonst ist). Eva hatte uns ein kleines Urlaubsgeschenk gemacht und eine deutsche Milkaschokolade dscf0095verpackt, welche wir gleich weggemampft haben. Angekommen in Aloha State knallte uns die Sonne mit 26°C entgegen. María hing mir eine Blumenkette um den Hals und wir riefen alle entzückt: oh, wir sind in hawaii.. oh es ist so warm.. ohh wie hübsch…! Der Bus war schnell gefunden und in den nächsten 90 Minuten lernten wir ein Stückchen hawaiianisches Lebensgefühl kennen. Der Busfahrer blieb an jedem Eckchen stehen und grüßte seine Kumpels auf der Strasse, rief Witze durch den Bus oder beschwerte sich lauthals über irgendetwas. Da wir Glückspilze an dem Tag angekommen sind, an dem eine Parade stattfand, nahm der Bus mehrere Umwege. 6 Kilometer in 90 Minuten… Aloha! Halbohnmächtig vor Hunger suchten wir dann unsere Hotel und setzten uns in das nächste Restaurant. Ich bin beim Kauen fast eingeschlafen, denn es war schon 20Uhr hawaiianischer Zeit, was 23 Uhr Uhr Oregon Zeit ist. Ich bin also nun ganze 11h von euch entfernt!

16. März: Da wir an diesem tage Regen erwartet hatten, entschieden wir uns, ein wenig Sightseeing zu machen (geregnet hat’s nicht, es wurde knallig heiss). Trotzalledem sind wir zu Pearl Harbor, was sich im Süden Oahu’s

USS Arizona Memorial

USS Arizona Memorial

befindet, ungefähr 40 Minuten mit dem Bus von unserem Hostel entfernt. Dort gibt es heute mehrere Dennkmäler und Museen zum Gedenken an die Opfer des japanischen Angriffs  auf die amerikanische Flotte im Pazifik im Jahre 1941, was ja bekannterweise zum Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg führte. Die 3 verwirrten EuropäerInnen (ja, wir) haben uns natürlich nicht an Schilder gehalten und nix kapiert, so sind wir ersteinmal in ein Boot eingestiegen, welches uns zum USS Arizona Memorial gefahren hat. Es ist die offizielle Gedenkstätte für die USS Arizona, die am jenen 7. Dezember gesunken ist und über 1.100 Crew-Mitglieder in den Tod riss (und heute das Grab für die Mehrzahl der Besatzung ist). Interessanterweise hatten wir diese Fahrt gar nicht gebucht (aber glücklicherweise trotzdem gemacht), was wir aber erst merkten, als wir das weisse Denkmal sahen (was so gar nicht nachdem aussah, was auf unserem Prospekt abgebildet war). Danach sind wir dann also in den richtigen Bus eingestiegen, welcher uns zuerst zum Schlachtschiff USS Missouri gefahren hat, welches heute ein Musuemsschiff ist und interessante Einblicke in das Leben eines Seemanns zu dieser Zeit gab. Für HistorikerInnern: Auf diesem Schiff wurde 1945 die Kapitulation Japans unterschrieben. Zu Guter Letzt sind wir noch zum Pacific Aviation Museum gefahren, wo eine Menge Flugzeuge ausgestellt waren, die damals im Pazifikkrieg geflogen sind.

Waikiki Beach by Night

Waikiki Beach by Night

Danach sind wir müde, aber glücklich da klüger zum Hostel zurück. Haben bei einem völlig überteuerten Italiener gegessen und geschworen, von nun an nur noch zu kochen oder Billigplätze zu suchen. Waikiki ist verdammt teuer. Nachts haben wir noch einen Spaziergang am berühmten Waikiki-Strand gemacht. Unglaublich beeindruckend.

17. März: Heute morgen haben wir unsere Badesachen geschnappt, sind Pancakes essen gegangen (ja, ja, essen selber machen und so…) und schnurrstracks zum Strand gegangen. Es war warm (22°C), aber glücklicherweise hat die Sonne nicht so geknallt, so dass ich jetzt eine leichte Idee einer Bräune habe. Juchee. Das Wasser war warm, und Remí hat herausgefunden, dass es auch salzig ist. D’oh. Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass der kleine Franzose seit 10 Jahren nicht mehr am Strand war, während María in Barcelona sonnen- und strandverwöhnt ist. Und wir Deutschen haben ja die Ostsee. Gerade kocht María Spaghetti und heut abend wird hoffentlich gebechert. Aloha!!

María und Magda

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Remí, María und ich

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Magda vor einem alten Baum

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Wo die Uhren noch etwas langsamer ticken

Januar 17, 2009

Nachdem ich von völliger Überforderung in absolute Unterforderung gerutscht bin und ich meine Tage mit TV, Video-Spielen, exzessiven DVD-Sessions, essen und schlafen verbringe, sehne ich mich langsam wieder nach etwas mehr Herausforderung. Ich fühle mich nun völlig relaxt (bis zu dem Punkt, dass nichts-tun mich unheimlich müde macht) und bin ganz froh, dass es in ein paar Tagen wieder zurück nach Portland geht.

Trotz des hohen Grads an Entspannung und dem frühlingshaften Wetter habe ich es doch wirklich geschafft, hier zweimal richtig krank zu werden. Gleich nachdem ich nach Florence gekommen bin, hat mich Debi mit einer fetten Erkältung angesteckt. Nachdem ich diese überwunden hatte und nach Columbia zurückfahren wollte, hatte ich mir wahrscheinlich den Magenvirus eingefangen, der in den USA gerade umgeht. Habe einige Tage die Kloschüssel umarmt und noch nicht mal Suppe im Magen behalten können. Nachdem mir Debi hardcore-Medizin gegeben hatte, schlief ich fast 2 Tage durch. Danach war alles vorbei, als wär nichts gewesen.

Letzten Sonntag bin ich also wieder nach Columbia, wo ich die letzten Tage verbracht habe und von wo ich auch abfliegen werde. Ich bin zwar froh, dass ich Debi und meine KumpeliInnen hier besucht habe, habe aber auch wieder mal gemerkt, wie wenig mich hier hält. Ich bin weder ein Fan von weiten Distanzen, die dich ans Auto fesseln, noch von Sonne im Dezember, noch von der Relaxheit – die auf mich ehr schlaff und lustlos wirkt – noch von der immer noch offensichtlichen Feindlichkeit gegenüber Schwarzen und Homosexuellen. Hannah’s Mom versuchte mir z.B. zu erklären, dass die homosexuelle Neigung des Nachbarns selbstverständlich in Verbindung mit seinem inhaftierten Vater stehe. Oder dass ein behindertes Kind die logische Konsequenz für ein sündenreiches Leben sei. Hannah erzählte mir ausserdem, dass ihr Vater nach der Verkündung von Obama’s Sieg sein Konföderierten T-Shirt überzog, seine Jagdgewehre rausholte und schrie: „Die nimmt mir der N*** nicht weg! Und ich will jetzt nicht mehr hören, dass die Schwarzen hier noch diskriminiert seien. Jetzt haben die ihren Präsidenten.“

Zwar ist diese ganze sentimental-naive ländliche Südstaaten-Nostalgie (besonders repräsentiert durch die Konföderierten Flagge) meiner Meinung nicht mehr so krass wie vor 6 Jahren nachdem der Irakkrieg ausbrach, man wundert sich dennoch, wie viele Autos, T-Shirts oder Buttons noch von der Konföderierten-Flagge verziert werden – fast 150 Jahre, nachdem die Südstaaten (=Konföderiertenbund) den Bürgerkrieg verloren und in der Konsequenz die Sklaverei aufgeben mussten.

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- „Wegen dieser Flagge mussten meine Leute sterben“
- „Meine auch“

Dienstag (20. Januar) geht’s zurück nach Portland. Bis dahin könnt ihr ja mal die folgenden Links auschecken:

PS: Toi toi toi meinen Mädels heute beim Konzert. Nicht vergessen: Rocken!


Road Trip nach Greenville

Januar 6, 2009
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Hannah

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Greenville

Hannah, meine High School Freundin und ich planten über’s Wochenende einen Road Trip nach Greenville, SC, wo sie zur culinary school geht. Ich war hoch erfreut, weil Greenville eine kleine, drollige Stadt ist, in der es einen Stadtkern mit vielen Cafés und Restaurants gibt – man also noch ganz altmodisch läuft. Gelaufen bin ich in den letzten zwei Wochen hier nämlich gar nicht, weil die weiten Distanzen einen ans Auto bindet (und langsam bin ich genervt). Hannah, zukünftige Chefköchin, hat den ganzen Trip inklusive einer kleinen Wander-Tour um die besten Restaurants und Essensplätze um und in Greenville geplant. Der erste Stop war eine familiengeführte Milchfarm, die wunderbaren Käse, frische Milch und selbstgemachten Aufstrich verkaufen. Und ihr könnt euch denken, dass die die kleine rothaarige Europäerin (ich) seeehr aufgeregt war. Richtiger Käse, Vollmilch, Vollkornbrot. Ja, ich war den Tränen nahe.

Glückliche Kühe auf der Milchfarm "Happy Cows"

Glückliche Kühe auf der Milchfarm "Happy Cows"

Nachmittags sind wir in Greenville spaziert, haben Strassenmusikern und den Wasserfällen gelauscht und sind abends in ein vietnamesisches Restaurant gegangen, in dem ich endlich mal wieder Reisnudeln mit lecker Tofu und Zitronengrass hatte. Hmmm!

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Am nächsten Tag haben wir eine kleine Berg-Tour gemacht (zugebenermaßen die längste Strecke mit Auto, man soll sich im Urlaub ja nicht so stressen). Wir kamen zu einem Punkt, der „Bald Rock“ heisst und auf dem Leute Botschaften und Bilder spraypainten und sind dann weiter zum höchsten Punkt, „Caesars Head“, was außerdem auch ein Park ist. Je höher wir kamen, um so nebliger wurde es, so dass wir letztendlich ausser Nebel nichts mehr sehen konnten.

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Ruh und Ayden Eamon

Ansonsten schiebe ich hier eine ruhige Kugel. Es ist immer noch warm (um die 15-20°C), ich lese viel, hänge mit KumpelInnen rum und gucke Talkshow. Ich brauche langsam wieder mehr Hirnfutter. Hannah ist jetzt wieder in Greenville, so dass ich viel Zeit mit Ruhiyyih und ihrem kleinen Sohn verbringe, den ich zum ersten Mal gesehen habe – meine ehemalige Party Freundin ist nämlich jetzt Mama! Ich werde wahrscheinlich bald nach Columbia zurückfahren und dort die letzten Tage verbringen… ein wenig vermisse ich Portland schon jetzt!


Feiertage Reloaded – Fotos!

Januar 1, 2009

Nikolaus in Portland

Nikolaus im Deutschen Haus @ Reed College am 6. Dezember mit einem richtigen St. Nikolaus!

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Meine Weihnachtsgeschenke von meinen internationalen Kumpels

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dscf01081Remi, mein Lieblingsfranzose, hat mir die (merkwürdigst) schönste Weihnachtspostkarte geschrieben, mit Simone de Beavoir und Virginia Wolf  – neben einer Vagina mit der Aufschrift „Vagina Power“. Piotr hat aus einer russischen Zeitschrift ein paar keifende Weiber ausgeschnitten und Magda auf russisch draufgeschrieben. Ja, meine Kumpels haben einen skurrilen Humor ;-)

Weihnachten in Florence, South Carolina

Ich und der krasse Weihnachtsbaum im Haus von Debi’s Vater

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Debi, meine Host-Mommy bei der Bescherung und Magda bekommt Tequila zu Weihnachten!!

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Silvester in Darlington, South Carolina

Offiziell kann ich nun verkünden: Ich hatte das beste Silvester ever. Hannah, Matt und ich haben ein kleines camp-fire gemacht, den Weihnachtsbaum verbrannt und so genannte s’mores gegessen. S’more is die Abkürzung für „I want some more“ („Ich will mehr!!“). Wenn man es richtig südstaatenmäßig und ghetto ausspricht, wird daraus s’more!. Und es geht so: Man nehme ein Keks, plaziert Schokolade darauf, brutzelt einen Marshmellow über’m Feuer, drückt den warmen Marshmellow auf die Schokolade und toppt alles mit noch einem Keks, so dass es ein richtiger S’more Burger wird. Oh My! Ich hatte zwei 2008 und einen 2009.

Hannah und Matt

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Links wir im Jahr 2009 und rechts seht ihr einen s’more

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Mehr Fotos hier.


Redneck Christmas (manche Dinge ändern sich nie)

Dezember 25, 2008

Auf USA Erklärt könnt ihr lesen, was die Amis so anders machen, wenn sie Weihnachten feiern. Ich hingegen hatte die ungewöhnlichsten, aber (im unkonventionellen Sinne) charmantesten Weihnachten EVER. Eine bizarre Mischung aus Anti-Kommerz, Über-Kitsch Kommerz und Südstaaten Flair.

24. Dezember: In der etwas crazy WG in Columbia, in der ich die ersten Tage verbracht habe, wurde ich mit lauter Metal Musik und für meinen Geschmack zu brutalen Videospielen geweckt. Weihnachtsstimmung: Null. Begrüßt wurde ich mit „Merry Fucking X-Mas“. Meine High School Freunde haben sich (glücklicherweise) nicht viel verändert. Nachdem wir 2h sinnlos youtube videos geguckt habe (ja, ich weiss, wie man Zeit verschwendet), sind wir gegen 17:30 Richtung Florence gefahren, damit ich meine Host Family besuchen kann: Debi (Host Mom) und Amanda (Gastschwester). Wir mussten immer mal wieder anhalten, weil der Reifen irgendwie Luft verlor. Weihnachtsabend auf Raststätten, irgendwie witzig. Weil es ungefähr 17°C war, hatte ich auch null Weihnachtsfeeling, also kein Problem.

In Florence angekommen hat Debi meinem Kumpel die letzten Anweisungen gegeben, um zu ihrem Haus zu gelangen, und als ich sie winken sah, haben wir beide angefangen zu schreien, ich bin aus dem Auto gesprungen und wir haben uns wie kleine Kinder gefreut. Es ist wirklich komisch: egal wie lange ich auch weg bin, wir quatschen sofort los, als wär ich nie weg gewesen. Amanda, nun ein Senior in High School, Varsity Cheerleader (= die besten), Präsidentin der Abschlussklasse UND Teilnehmerin der Miss Wahl an meiner ehemaligen West Florence High School (eine amerikanische Erfolgsstory, let me tell you…) war süß wie immer und wir hatten erst einmal einen lang überfälligen Mädchen-Talk (argh).

25. Dezember: offizieller Weihnachts-und-Geschenke-Austausch-Tag. Debi hat mich gegen 10:30am mit einem netten Weihnachtssong und dem reizenden Satz: „Alright, Maggie… get your ass up!!! Hahahahahah.“ aufgeweckt (wir lieben uns). Wir haben Geschenke ausgetauscht und Debi hat sich riesig über Mama’s Pakete aus Deutschland gefreut und besonders über die pinken Hausschuhe, die ich ihr gekauft habe, weil sie immer so friert. Jetzt haltet euch fest, was Debi mir geschenkt hat: Einen digitalen Schlüsselanhänger, auf dem man 60 Fotos speichern kann und eine Flasche feinsten TEQUILA. Yep. Das ist meine coole Gastmutter!

Wir haben uns dann aufgehübscht und mein Magen zeigte mir, dass es nicht so gut ist, 2 Tage nichts zu essen. Wir sind also gegen Mittag zu Debi’s Familie gefahren, eine richtig typische Redneck-Südstaaten Familie, die ordentlich Südstaaten Essen aufgetischt hat: Maccaroni&Cheese, fettige Bohnen, Stampfkartoffeln, Süßkartoffeln, verschiedene Fleischsorten, Gravy (Bratensosse), Pekanus-Kuchen… Alles war harmonisch wie immer: die Frauen arbeiteten in der Küche und die Männer versuchten draussen, Pecannüsse vom Baum zu schlagen. Bevor wir aßen, sollte einer der erwachsenen Söhne ein Gebet für alle sprechen, in dem er allen mitteilte, dass er Gott danke, dass er und seine Frau noch ein Kind haben werden… wir entzückend.

Das Haus war überkitscht mit (ungelogen) mindestens 100 tanzenden und singenden Weihnachtsfiguren, einen über-geschmückten Weihnachtsbaum, Weihnachts-Fussabtretern, Weihnachts-Seife im Bad, Weihnachtstellern… alles glänzend in gold, grün und rot.

Nach dem Essen gab’s Bescherung. Das kleinste Kind der Familie fing an (Achtung! Kinder-Sozialisation): Sie bekam eine Barbiepuppe, 6 Lipglosse, Haarreifen, eine pinke Mädchentafel, ein rosa Hemdchen, eine Baby-Born Puppe. u.s.w. Ich meine: LIPGLOSS! Sie ist 3 Jahre alt! Überraschenderweise bekam ich auch 2 Geschenke, ein South Carolina Armband und ein Pulli, den ich mit Debi’s Erlaubnis umtauschen darf (obwohl ich zugeben muss, dass dieser Pulli besser war als der, den ich vor 6 Jahren bekommen habe: rot mit Rentieren und grünen Mistelzweigen).

Sorry, aber das war alles irgendwie surreal. In South Carolina scheint auf jeden Fall die Zeit still zu stehen… Debi hat  das widergespiegelt, was ich gefühlt habe: Sie hat oft nur die Augen verdreht, denn das Verhältnis zwischen ihren hyper-religiösen Schwestern und meiner drolligen, rauchenden und trinkenden Gastmutter  (aka Heidin der Familie) war sichtlich gespannt. Als wir dann versuchten (scherzeshalber) einen Kuchen zu klauen, um ihn zu Hause zu essen, gefror dann auch das falsche Lächeln in den Gesichtern der Damen. Haha. Wir sind dann schnell gegangen, haben ein wenig im Haus gechillt und sind dann ins Kino um „Marley&Me“ zu gucken. Ziemlich langweilig (es ging um einen Hund), aber ein netter Weihnachtsausklang.

Ich würde gerne Fotos zeigen, um euch ein wenig an der Stimmung teilhaben zu lassen, aber ich kann momentan keine Fotos hochladen. Keine Ahnung, warum. Vielleicht streikt meine Kamera bei soviel 1950’s.


Columbia, SC

Dezember 21, 2008

Bevor ich nach South Carolina fliegen konnte, musste ich lernen, dass Schnee der Teufel ist. Zumindest in Portland, wo es wirklich selten Schnee gibt und die Strassen, der Flughafen und letztendlich die Menschen auch nicht auf soetwas vorbereitet sind. Als ich am Flughafen ankam, hatte mein Flug auch erst einmal eine Stunde Verspätung. (und facebook zu Folge auch die Flüge vieler Anderer). Beim Einchecken sagte mir ein netter Computer (nicht etwa ein Mensch), dass ich dadurch meinen Anschlussflug von Chicago, Illinois nach Columbia, South Carolina verpassen werde.  Als ich dann endlich mit einer Dame am Schalter reden durfte, meinte sie, dass ich mir keine Sorgen machen sollte: Ich hätte ja 20 Minuten Zeit den Anschlussflug zu bekommen und wenn ich den nicht bekomme, hach, dann geht halt der nächste Flug morgen früh. Krrr. Es ist hart, nett zu bleiben, wenn man jemanden schütteln und schreien will: ICH WILL IN URLAUB, VERDAMMTE AXT.

Naja, einchecken, Handgepäckkontrolle (habe übrigens eines dieser neuen Maschinen gesehen, wo man geröntgt wird, also quasi nackig präsentiert wird). Der Flug verlief ruhig, nen bissel gewackelt. Kurz bevor wir landeten, hat der Pilot durchgefragt, wer alles einen ziemlich engen Anschluss-Flug hat (etliche Passagiere melden sich); wir durften das Flugzeug dann als erste verlassen. 8 Minuten habe ich – dann geht mein nächster Flug. Ich renne los und verfluche den Chicago O’Hare Flughafen für seine Monströsität. Ich musste von Gate A nach J, was eine 15minütige Galopp-Strecke war. Einmal bleibe ich kurz stehen und checke auf dem Monitor, ob ich auch wirklich zum richtigen Gate laufe – da sehe ich, dass auch mein Anschlussflug Verspätung hat. Verspätungen haben doch etwas Gutes, wenn man dadurch nicht wie eine Irre durch den Flughafen rennen muss.

Gegen 22:30 Uhr bin ich in Columbia angekommen und spüre erst mal die feuchte Wärme, rund 20°C. Ich penne hier bei ein paar Freunden in  einer kleinen Stadt namens Irmo, nur ein paar Minuten vom Flughafen und von Columbia entfernt. Bin sofort ins Bett gefallen und habe bis 15 Uhr des nächsten Tages geschlafen. Dann war ich ein paar Stunden wach, hab Pizza gegessen und mit ein paar Leuten gechattet, TV geguckt und: geschlafen. Wieder bis 15 Uhr. Oh man, keine Ahnung, wie müde ich war (bin). Abends sind wir dann in eine Bar gegangen, wo ich ordentlich was gebechert habe ($20 – Flatrate Party). Da ich alle süßen Getränke probieren wollte, hatte ich heut morgen auch ‘nen ordentlichen Kopf nach all dem Gemixe. Naja, wieder so bis um 16:00 im Bett gelegen und habe abwechselnd gepennt und Maus zu Ende gelesen (bitte kaufen und lesen). Bin schon wieder müde und werd mich wohl vor den Fernseher setzen (4 Monate kein Fernseher mehr geguckt, wird ja wohl Zeit!!) und chillen. Und dann wieder schlafen. Hach, so kann’s weitergehen!


Seattle

Dezember 1, 2008

Am Freitag morgen um halb neun sollte es mit einem Leihauto nach Seattle (Washington) losgehen, aber da Piotr (wie immer) verschlafen hatte und nicht gerade der Schnellste ist, ging es erst gegen 10 Uhr los. Eine 3.5 stündige Fahrt lag vor uns, der erste Stop gleich nach 30 Minuten, um Kaffee und Frühstück zu besorgen.

Seattle Skyline
Seattle Skyline

Gegen 2 sind wir dann in Seattle angekommen, wo wir unsere Sachen im Green Tortoise Hostel ablegten, ein nettes kleines Hostel mitten in der Innenstadt Seattles, 5 Minuten vom Pike Place Market entfernt (wo der erste Starbucks der Welt eröffnet wurde). Die Nacht kostete $30, inklusive Frühstück und Thanksgiving Reste-Essen, was angesichts der Tatsache, dass wir in der Innenstadt wohnten, wirklich günstig ist.

Nach der Begutachtung der Zimmer seattle at night(wir hatten ein 6er Zimmer für uns 5, und die Betten hatten so kleine Gardinen, also etwas Privatsphaere) haben wir dann die Innenstadt erkundet, die voller Menschen war, denn Freitag war „Black Friday“ (Schwarzer Freitag) – der Tag nach Thanksgiving, wo die Geschäfte ihre Waren zu extrem guenstigen Preisen anbieten – der Startschuss fuer die Weihnachtseinkäufe quasi.

Wir klapperten ein paar Läden ab (u.a. auch H&M, denn das gibt’s in Portland nicht) und schlenderten durch die Innenstadt, die voller Weihnachtsdeko war; es gab auch einen kleinen Weihnachtsmarkt mit Karrussels. Inmitten der Menschenmasse fand auch eine kleine Anti-Konsum Demo statt. Nach Klamotten- und Büchershopping (KONSUM) haben wir im Einkaufszentrum gegessen, wonach die Jungs dann müde zurück ins Hostel gegangen sind. Maria, Eva und ich, erprobte Power-Shopper, blieben noch bis 22 Uhr in der Innenstadt, um ein paar Schnäppchen abzustauben. Schuhe habe ich leider nicht gefunden, obwohl meine Stiefel nun langsam auseinanderfallen.

spaceneedleAm naechsten Morgen haben wir uns erst einmal mit Kaffee eingedeckt (Seattle hat geschaetzte Trillionen Starbucks Filialien und etliche andere Kaffeehäuser) und sind dann mit so einer Art Schwebebahn zum Space Needle gefahren, eine Art Aussichtsturm und sozusagen das Symbol Seattles. Danach sind wir zurück in die Innenstadt zum Public Market, wo es so allerlei Touristik Zeugs gibt und kleinere Läden. Wir haben den ersten Starbucks-Laden der Welt besichtigt, russische Piroschky gegessen und den Strassenbands gelauscht. Dann sind wir in einen kleinen, sdscf0449ehr gut sortierten Buchladen namens Left Bank Books gegangen, wo man so einiges alternatives Buchwerk findet, u.a. habe ich einige Riot Grrrl Fanzines gefunden. Danach haben wir uns das Auto geschnappt und sind in die Fremont Nachbarschaft gefahren, eine Künstlergegend, wo man die Skyline von Seattle sehen kann. Nach einem missglückten Versuch, in eine Bar reinzukommen (unter 21 ist hier leider nichts zu machen – Piotr ist noch 20), spazierten wir in Fremont herum, bestaunten eine riesige Lenin Statue, kauften den dritten Kaffee des Tages und aßen dann in einem Burger Laden XXL Burger.

die internale Super-Truppe

die internationale Super-Truppe

Hier ein Video einer Musikantentruppe vorm ersten Starbucks der Welt:

Am Sonntag sind wir morgens erst einmal Piroschky essen gegangen, weil es sodscf0026 lecker war und haben noch mal lustigen Strassenmusikern zugehört. Dann ging’s ab ins Modern Art (Moderne Kunst) Musuem gegangen, wo u.a. eine Edward Hopper Ausstellung stattfand. Die Weihnachtsdeko im Vorraum, die von der Decke hing, war sehr interessant und irgendwie… unkonventionell!

Danach entschieden wir uns nach Olympia zu fahren, die Hauptstadt Washingtons. Dort gab es einen Weihnachtsmarkt und einen Kinder-Weihnachtsbaum. Sehr kleinstadtmäßig. Da wir in Seattle nicht zum Hafen gegangen sind, haben wir dies in Olympia getan, was abends nicht mehr so romantisch sondern irgendwie gruselig ist. Sind also schnell wieder in die Stadt zurück und in einem netten Restaurant essen gegangen. Danach hiess es: zurück nach Portland!

Da wir noch Zeit und Benzin im Tank hatten, entschieden wir uns nach 4-stündiger Fahrt, durch die Nachbarschaft des Reed Colleges zu fahren und kitschige Häuser mit Weihnachtsdeko auszuspähen. Und es ist wirklich nicht schwer, in den USA mit Weihnachtsdeko überladene Häuser zu finden, weil sich die Amisdscf0075 zu Weihnachten wohl sagen: Ganz oder gar nicht. Wir kamen aus dem Lachen nicht mehr raus und hielten an und machten Fotos von den schrecklichsten Häusern, hier unsere 1+:

Mehr Fotos von Seattle HIER.


New Orleans II

Oktober 24, 2008

Montag, 20.10.08: An diesem sonnigen Morgen machte ich mich Richtung Downtown New Orleans auf, wo das ‘French Quarter’ mit all seinen drolligen, bunten Häusern und Märkten zum spazieren gehen einlud. Habe das streetcar genommen und bin am Mississippi entlang runterspaziert. Auf beiden Fotos könnt ihr die Crescent City Connection Bridge (Crescent = Halbmond, Spitzname für New Orleans) sehen. Bin dann am Wasser weiter entlang des French Quarters gelaufen, um zu den Märkten zu gelangen, die aber leider nicht traditionell sondern voller Touri-Schrott waren. Na gut, ich bin ja nun mal ‘nen Touri, also habe ich mir auch ein nettes Poster und Postkarten gekauft. Bin dann in das ‘French Quarter’ reingelaufen, wo man sich gleich sehr europäisch fühlt. Die kleinen bunten Häuser und die vielen kleinen Gassen erinnern sehr an Italien oder Frankreich (aha, daher der Name!).

Danach habe ich mich in den ‘Jackson-Park’ gesetzt und versucht, in verschiedenen Museen anzurufen, von denen aber die meisten geschlossen waren. Zum einen erholen sich die New Orleans-Einheimischen am Montag vom exzessiven Party machen (viele Geschäfte, Museen und Bars sind geschlossen oder machen früher zu) und zum anderen war ich wohl auch nicht in der Touri-Zeit da. Habe mir also einen Kaffee gekauft und mein Buch rausgeholt und mich in den Park gesetzt, der ziemlich hübsch und gepflegt war. Auf dem Foto seht ihr den Jackson-Park und im Hintergrund die St. Louis Cathedral (die älteste katholische Kirche in den USA). Die Statue vor der Kirche zeigt im Übrigen Andrew Jackson mit dem Spruch: „The Union must and shall be preserved“.

Abends bin ich dann ins Bubba Gump Restaurant gegangen (Forrest Gump!) und habe einen Schrimps Po’ Boy gegessen (‘po’ kommt von ‘poor’ und nicht etwa von ‘Hintern’, also übersetzt: ‘armer Junger’), ein typisches Louisana-Gericht. Danach habe ich Phil getroffen und wir sind noch einmal die Bourbon Street (die Partymeile) runtergelaufen, wo wir dann in einer Bar mit einer coolen Band steckengeblieben sind. Unglaublich, was für Talent in New Orleans rumschwirrt! Es scheint fast so, als könne jeder ein Instrument spielen (singen sowieso – gerne auch das ganze Lied 3-stimmig und dabei noch lachen!).

Dienstag, 21.10.08/Mittwoch 22.10.08: Nachdem ich die wichtigsten Touri-Sachen abgehakt hatte, lechzte ich nach purer Entspannung, und so habe ich die beiden Tage genutzt, um entweder im French Quarter spazieren zu gehen, im Park zu sitzen und zu lesen/schlafen/Jazz Bands zu lauschen und im ‘Café du Monde’ Milch-Kaffee zu trinken und Beignets zu essen, eine französische Spezialität, die stark an Quarkkeulchen erinnert (hmmmm).

Nachmittags war ich dann noch im IMAX, wo ich den Film „Hurricane on the Bayou“ auf einer mega-riesen-Leinwand gesehen habe. Darin geht es hauptsächlich um die Tatsache, dass Hurrikan Katrina zumindest hätte abgemildert werden können, wenn die so genannten ‘wetlands’ um New Orleans herum, die als natürliche Puffer gegen die Wassermassen gedient hätten, in den letzten Jahrzehnten nicht immer mehr verschwunden wären (und dies verursacht durch den Menschen).

Am Mittwoch Abend, der letzte in New Orleans, hiess es noch einmal: Nachtleben, Musik und endlich einen ordentlichen Tequila. Zuerst sind wir in eine kleine Bar gegangen, wo Phil schon den Künstler kannte, ein unheimlich dicker Mann, der sich kaum bewegen kann, aber unglaublich gut sand. Big Willie (oder so) sucht sich jeden Abend eine andere Frau aus, die dann in der Bar rumlaufen darf, um für die Band Trinkgeld zu sammeln. Krrr. Bewaffnet mit einem Erdbeer-Daiquirie sind wir dann weitergezogen, in eine Bar mit den klangvollen Namen ‘The Spotted Cat’ (die KATZE!!), wo man weniger Touris findet und eher die Einheimischen feiern. Die Band war wirklich cool, der Tequila auch wirklich Tequila (und kein Wasser) und die Stimmung super. Hier ein kleines Video:

Gegen halb eins mussten wir gehen, weil Phil einen midterm am nächsten Tag hatte (hey, es ging um Jazz und wir waren in einem Jazz Club, kann man besser für einen Test büffeln??). Irgendwie haben wir es trotzdem geschafft, die streetcars zu verpassen und standen dann noch ‘ne Stunde rum. Lerne: Streetcars kommen selten, unpünktlich und nie, wenn man sie braucht!

Donnerstag, 23.10.08: Der Abschied naht… ab zum Flughafen und zurück nach Portland. Aber die Fahrt zum Flughafen war schon sehr ereignisreich. Touristin mit Kamera und Handy in der Hand, viel zu schwerem Rucksack auf dem Rücken, Labtop-Tasche um den Hals und oranges Tuch um den Kopf gewickelt (strömender Regen!) stand im absoluten Ghetto der Stadt und wartete eine Stunde auf den Bus – so fangen ja wohl Horror Filme an. Oder halt ein Tag in meinem Leben. Nachdem ich am Abend zuvor noch einen Israeli kennengelernt hatte, der mir einen „super Express-Bus“ zum Flughafen empfahl und ich ihm trotz meines angeborenen Misstrauens vertraute, latschte ich also durch das Viertel meines Hostels, was zugegebenermaßen in einem nicht-so-guten Stadtteil liegt und wartete wie gesagt ‘ne Stunde auf den verdammten Bus. Larry, 1961 geboren, schwarzer Autoverkäufer und „verliebt in meinen Namen“, kurvte die ganze Zeit mit seinem Trolley um mich herum und warnte mich vor den Mexikanern („den kannste nicht vertrauen!“). Er versicherte mir eine dreiviertel Stunde, dass der Bus bald kommen würde, aber langsam wurde es dunkel, und der Regen liess auch nicht nach. Das sind dann so Momente, wo ich laut schreien möchte. Lustigerweise hielt wirklich ein Mexikaner an, der mich fragte, ob er mich zum Flughafen mitnehmen solle, aber da Larry sagte, dass ich denen nicht vertrauen kann, bin ich natürlich NICHT mitgefahren. Der Bus kam dann endlich und ich fragte, wie lange es dauern würde zum Flughafen: 30 Minuten, meinte der Busfahrer. Hat zwar ‘ne Stunde gedauert, aber hey, mein Flug wartet bestimmt auf mich… Fazit: Vetraue keinen Mexikanern und keinen Israelis! Aber Larry ist gut.

Jetzt bin ich wohlauf in meinem Zimmer in Portland und schreibe fleissig an meinen letzten Hausarbeiten. Zurück an die Bücher!

Nachtrag: Fotos gibt’s: hier. Und noch mehr New Orleans Videos unter Foto- und Videoecke! Enjoy. Haha.