Wow

Der Titel versucht schlicht und einfach auszudrücken, wie schwer es ist, eine passende Überschrift zu finden, weil hier einfach zu viel los ist. Gestern sind die Fresh(wo)men (Erstsemester) angekommen. Das heisst, dass die schöne Ruhe nun vorbei ist und ich die Duschen ab nun an teilen muss. Bis dato war ich mit meinem house advisor Marushka allein im Haus, was irgendwie richtig angenehm war. Abends hatten wir ein erstes Hausmeeting, wo ich erst einmal klären musste, wie ernst das denn mit dem women’s floor gemeint ist: Entwarnung. Es handelt sich lediglich um die Benutzung der Bäder. Männer dürfen sich hier frei bewegen und werden nicht abgeschossen. Es ist wirklich interessant, 2 1/2h mit 18jährigen aufgeregten Teenagerinnen zu verbingen, von denen viele zum ersten Mal von zu Hause weg sind (interessant allerdings: es gibt hier für amerikanische Verhältnisse aussergewöhnlich viele StudentInnen, die schon im Ausland waren/lebten, denn darauf legt Reed ziemlich viel wert). Wir haben kleine Spiele gespielt („Wer bin ich?“ Ich war Jay Z, der Rapper), außerdem klargestellt, wer gerne Kekse backt oder abwäscht, darüber gesprochen, dass wir unsere Haare aus dem Waschbecken entfernen sollten (woran sich natürlich schon heute keiner mehr gehalten hat) und andere – total lebenswichtige – Dinge. Montag ist das nächste Treffen. Oh je.

Outdoor Party

Outdoor Party

Abends gab es eine voll krasse Party auf der Freifläche vor der Mensa. Zwei DJ-Pults wurden aufgebaut, die versuchten, sich (sehr laut und erfolgreich) zu übertönen. Der ganze Campus hat einfach nur getanzt und es war unglaublich ungezwungen und lustig laut. Wer nicht tanzte, wurde einfach von irgendjemanden auf die (Rasen-)Tanzfläche gezogen. Underage drinking (Trinken unter 21) wird hier vollständig von der Campus Polizei ignoriert, man roch ab und zu grünes Kraut und homosexuelle Pärchen tanzten eng umschlungen, ohne dass ein methodistischer Prediger mit dem Zorne Gottes die Bibel nach ihnen wirft. Wo bin ich hier gelandet? Im Himmel?

Heute waren dann in allen Sprachhäusern (spanisch, französisch, deutsch, chinesisch und russisch) „Tag der offenen Tür“. Bin erst zum deutschen Haus gegangen, wo ich die Deutschprofessorin wiedergetroffen hat, die mich gestern übrigens in Lohn und Brot brachte: Ich werde nämlich nicht nur Deutsch-Tutorin, sondern auch teaching assistant (Aushilfskraft im Deutsch-Department) und die Krönung: 10$ pro Stunde. Yeah. Ist das der amerikanische Traum, von dem alle sprechen😉 ?!?. Abends bin ich erst einmal mit Maria aus Spanien, mit der ich hier am meisten rumhänge, einkaufen gegangen (sogar Blumen, die wahrscheinlich schon morgen eingehen) und danach zu einer selbstorganisierten international-party von den so genannten languag scholars (sozusagen ein/e SprachpartnerIn aus dem jeweiligen Land, der/die Nachhilfe und Unterrichtstunden gibt).

international party

international party

Jedes Sprachhaus hat eine scholar, das deutsche Haus hat zum Beispiel Eva aus München und das spanische Maria aus Barcelona. Ich erwähne das, weil ich die meiste Zeit mit diesen language scholars verbringe, die in der Regel schon ihr Studium beendet haben und ein wenig Erfahrung im Lehren sammeln möchten (und dafür auch sehr gut vom Reed College bezahlt werden) und einfach älter sind als all die anderen Austauschschüler – die sind nämlich so 18 und bleiben auch nicht nur 1, sondern ganze 4 Jahre hier. Ich bin froh, dass ich ein paar Leute in meinem Alter habe, denn bisher sind hier nur die Erstsemester, denn die älteren Jahrgänge kommen erst ab Morgen auf den Campus zurück. Jeder brachte zur Party was spezielles aus seinem Land zu essen mit – aus Russland kam Kaviar und würziger Aufstrich und kleine Fischis (?), aus China Reispapier-Bonbons, aus Frankreich Quiche, aus Deutschland kam was österreichisches (Kaiserschmarrn) – aber muss man ja nicht laut sagen. Wir hörten Songs aus den jeweiligen Ländern (der deutsche Beitrag: Schni Schna Schnappi -oh-mein-gott-wie-peinlich). Paralell zu unserer international party war ein so genanntes Zombie vs. Humans – Spiel, wo die ausgewählten Zombies über den ganzen Campus rannten und Menschen suchten, die sie dann wiederum in Zombies verwandeln können (jeweils erkennbar an Armbinden). Ich merke schon jetzt, dass Reedies total verspielt sind und ziemlich kreativ darin, den Tag interessant zu gestalten. Manchmal sind so viele Veranstaltungen an einem Tag, dass es echt schwer ist, sich zu entscheiden…

Morgen habe ich mein Treffen mit meinem Mentor, ein deutscher Politikprof. Hoffentlich klappt alles mit meinen Kursen. Nächsten Dienstag geht’s los!

2 Antworten zu Wow

  1. Julle sagt:

    Hi Magda
    lese seht gern deine Bercihte und freu mich, dass es dir so gut geht, hatte grad ganz schön nachzuholen, da ich jetzt erst aus meinem wildnisurlaub zurück bin… aber die Zeit musste sein…
    also wir hören uns auf anderem Wege, kuschel schön mit deinem Kissen, und vermiss dich…

  2. anna sagt:

    magdu, du lebst den traum. ich versuche definitly zu kommen, will doch auch so engumschlungen mit den weibern tanzen;-) wo ist das nächste flugzeug…

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