Ich habe ein neues Zuhause: Die Bibliothek

Noch nie in meinem Leben habe ich in einer so kurzen Zeit so viel gelesen wie in der letzten Woche. Nein, ich korrigiere mich: In meinem gesamten Leben zusammengefasst habe ich nicht so viel gelesen wie in den letzten Tagen. Ich bin absolut erschossen und brauche Ferien. Oder drei Tage Schlaf hintereinander. Oder einen achtfachen Espresso. Gut. So viel zu meinem Befinden. Nun zur Chronologie:

Mein erster Uni Tag war der absolute Horror. Ich stand total neben mir und habe mich im Tag geirrt (wegen des Feiertages am Montag dachte ich am Dienstag, es wäre Montag). Dann das nächste Drama: Weil ich nicht in die Anfängerklasse Spanisch reinkam, sollte ich mich in den fortgeschrittenen Kurs setzen. Keine Ahnung warum, der Prof meinte sowas wie: „Kriegste schon hin, du kannst ja Französisch!“ Interessanterweise habe ich Spanisch auch wirklich verstanden, konnte aber bei Fragen dennoch nicht antworten. DENN: VERDAMMTE AXT, ICH KANN NUN MAL KEIN SPANISCH! Total verschämt bin ich aus der Klasse raus und ins Französisch Department gerannt. Dort habe ich einen Test gemacht und bin nun in der fortgeschrittenen Klasse Französisch, um meinen Stundenplan zu komplettieren. Warum ich nicht noch einen vierten Soziologie oder Politik Kurs mache? Weil ich nicht sterben will. Bevor ich überhaupt meine erste Stunde in den jeweiligen Kursen absolvierte, hatte ich schon Hausarbeiten. Im Schnitt so 80 Seiten Pro Kurs. Nicht pro Woche, pro Kurs. Also 8x eine Menge zu lesen. Zum Beispiel für Politik: The Subjection of Women“ von John Start Mill. Mal eben 100 Seiten, bitte bis übermorgen lesen! Kein Problem, denn die Bibliothek ist mir nun sehr ans Herz gewachsen. Unglaublich aber wahr: Wenn ich mich konzentriert hinsetze und keinen Fernseher, PC, Freunde, Schokolade etc. in meiner Nähe sind, bekommt man sogar eine Menge Arbeit geschafft.

Die Textauswahl ist ist fast immer aktuell, in meiner ‚Comparative Politics‘ Klasse lese ich Ausschnitte aus einem Buch, was erst 2009 erscheint. Der Prof (außerdem mein beratender Dozent), Marcus Schaper, ist Deutscher und hat in Potsdam und in den USA studiert. Wird voraussichtlich sehr empirisch, denn wir werden u.a. Fallstudien von verschiedenen Ländern machen. Ich habe mir Spanien ausgesucht und werde dessen Sozialpolitik beleuchten.

Mein Politik-Kurs ‚Sex, Gender and Political Theory‘ ist mir schon ans Herz gewachsen, weil Tamara Metz es schafft, politische Theorie mit YouTube Videos zu verbinden. Yeah for Multimedialität! Die Materialien sind ultraspannend und aktuell (ausgenommen der gute alte John Stuart Mill natürlich). Außerdem scheine ich den Anschluss verpasst zu haben: Während Deutschland noch nicht mal wirklich eine dritte Welle des Feminismus erlebte, spreche ich z.B. in meinem Soziologie Kurs ‚Feminisms: Comparative Perspectives on Women’s Activism‘ bereits von der vierten Welle.

Die beiden Gender-Kurse sind sehr klein und im ‚Konferenz-Style‘ gehalten: Wir sind ungefähr 8-10 Leute und sitzen um einen größeren Tisch herum. Die Atmosphäre ist realtiv locker, man spricht die Profs mit Vornamen an. Melden tut sich nur eine – nämlich ich – denn alle anderen sprechen einfach frei heraus, was ich total gewöhnungsbedürftig finde. Wer nicht partizipiert, fällt eindeutig auf. So weit gefallen mir alle Kurse ganz gut, ausser der Französisch Kurs. Ich hätte mich in ein höheres Level einschreiben sollen, denn bisher konjugieren wir noch Verben. Aber zumindest gibt mir das einen kleinen Puffer zu den leseintensiven Politik- und Soziologiekursen und ich frische mal wieder mein Französisch auf. Auch nicht schlecht.

Eine Antwort zu Ich habe ein neues Zuhause: Die Bibliothek

  1. Tinitus sagt:

    huhu! falls du mal zeit hast, kannst du mir ja mal von der 4. welle berichten…

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