Jetzt weiß ich, was es heisst, ein „Full-Time“ Student zu sein!

Wenn man sich folgende Frage stellt, weiß man, dass man im Reed College angekommen ist: „Habe ich Zeit, zu duschen?“. Als ich mir diese Frage stellte, wusste ich, dass ich nur mit perfekter Organisation das nächste Semester überleben kann. Das Lesepensum ist gewaltig, manchmal lese ich bis 5 Minuten bevor der Kurs beginnt und bin immer noch nicht fertig. Ich wende schon psychologische Tricks an und printe 4 Seiten auf eine Doppelseite, damit die Lektüre für eine Klasse nicht mehr zwei Finger dick ist und ich etwas positiver ran gehe. Außerdem spart das Geld, denn am Ende des Semester bekomme ich eine Rechnung über meine Druckgebühren. Vielleicht sollte ich anfangen, ein Sparkonto dafür anzulegen.

Diese Woche haben sich übrigens viele StudentInnengruppen (exakt 72) mit Infoständen auf dem Campus vorgestellt, um für sich zu werben. Dann hatten wir ein paar Tage Zeit, um unsere persönliche Top 6 zu wählen. Die Gruppen, die unter die ersten 40 kommen, bekommen dann vom Reed College ziemlich viel Kohle und können Parties, Trips, Lesungen etc. organisieren. Ich habe mich in die Mailing-Liste der „Band&Proberaum-Gruppe“, der „A-Capella- Singe-Gruppe“ (für die ich am Samstag ein Vorsingen habe, toi toi toi), „Queer Alliance“, und „Feminist Student Union“ (ja, ja, Adamski…) eingetragen. Unter anderem gibt es hier auch skurrile Gruppen wie: „Singe so laut wie du kannst!“, „Bekämpft die Hasen“ (organisieren viele Parties), „Oktoberfest“ , einen „Fetisch-Club“, etc.

Ich bin nun seit dieser Woche übrigens auch „Teaching Assistant“ (Lehr-Assistentin) und korrigiere die Hausaufgaben der fortgeschrittenen Deutschklasse. Die armen Deutschschüler tun mir wirklich leid, weil diese UNGLAUBLICH viele Hausaufgaben aufbekommen (Übersetzung, Grammatik, Hörverständnis plus Fragen beantworten, freies Schreiben – ich habe immer so 3 Seiten pro StudentIn zu korrigieren – und das jeden zweiten Tag!). Aus Mitleid schreibe ich abstufend unter jede Hausaufgabe: Gut, Toll, Prima, Exzellent und ein🙂 , um ein wenig Aufmunterung in den arbeitsreichen Alltag der Reedies zu bringen.

Um meine Tätigkeit als Assistentin (und später auch als Tutorin) legal nachzugehen, musste ich mir eine social security number besorgen. María und ich sind also Downtown gefahren (zuerst: verfahren) und sind in das entsprechende Amt rein, haben 10 Minuten gewartet, ich habe dann alle Dokumente (Pass, Visa, Antragsformular, Briefe von der Uni und Beschreibung meiner Tätigkeit) vorgezeigt und sofort die Bewilligung meiner social security number bekommen. Wow. Keine Bürokratie, kein Hin-und-Schicken, kein: „Sie haben hier eine Unterschrift vergessen, stellen Sie sich wieder an!!“ – wie dies auf jeden Fall in Deutschland der Fall gewesen wäre.

Ansonsten habe ich diese Woche eigentlich nur gelesen und Kaffee getrunken. ‚Ne Brille habe ich immer noch nicht, arbeite aber dran. Mails kann ich hoffentlich am Wochenende beantworten.

Übrigens: Keine Angst, ab und zu dusche ich hier schon!

4 Antworten zu Jetzt weiß ich, was es heisst, ein „Full-Time“ Student zu sein!

  1. goddamnstalker sagt:

    ich wäre dem fettisch club beigetreteno_O

  2. Julle sagt:

    immer positiv sehn, wenigsten haste keine freizeit😉

  3. fractura claviculae sagt:

    so ich hab jetzt ganz viel zeit zum lesen , lass wat rüberwachsen ;D

  4. simon sagt:

    haste nich ne broschüre vom fetish club am start? so ne richtige FUß-Party wär doch genau nach deinem geschmack…;oP

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