New Orleans

Es riecht wie Urlaub. Es fühlt sich an wie Urlaub. Es IST Urlaub!

Die Sonne scheint hier wie erwartet großzügig (25°C) und wenn man die von Palmen umsäumten, endlos erscheinenden Strassen so runterschaut, ist das fast wie einen Schritt zurück in die Vergangenheit – damals mit 16, in South Carolina. Aber mal von Anfang an:

Freitag, 17.10.08: Abends habe ich den Reed Campus verlassen, um meinen Flieger kurz vor Mitternacht zu bekommen. Erst einmal ging’s nach Houston, Texas, wo ich gegen 4 Uhr morgens Ortszeit gelandet bin. Habe folgendes in der dreistündigen Wartezeit geschrieben:

4:29 morgens: Bin vor einer halben Stunde in Houston/Texas gelandet. Habe mich noch nie so gefreut, das Starbucks-Emblem zu sehen. Kaffee! Der knapp 4stündige Flug von Portland nach Houston war eine Qual, weil ich meinen reservierten Fensterplatz nicht bekommen habe, sondern außen sitzen musste. Habe kaum schlafen können, obwohl ich die Nacht davor auch nur wenige Stunden geschlafen habe. Dafür habe ich den 20-Monate alten Zwillingen hinter mir gelauscht. Eine wahre Symphonie. Habe lustigerweise zwei Reed Studentinnen im Flugzeug getroffen und gelernt, dass die Hauptstadt von New Orleans Baton Rouge ist (vielleicht habe ich meinen Abschluss in Nordamerikastudien wirklich nicht verdient). Bin hier übrigens im ‚George Bush’ (senior, glaube ich) Flughafen gelandet und spüre ein wenig Enttäuschung, dass ich noch kein großes Schild oder Pappmaché-Figuren entdeckt habe. Eine der beiden Reed-Studentinnen erzählte mir, dass sie in die Privat-High School ging, in die die Bush-Sippe ihren ganzen Nachwuchs steckt. Als Bush Opa dann mal zu einer Schulaufführung kam, waren dementsprechend reichlich ‚secret service’-Beamte vorhanden.

Um 8:45 geht dann mein nächster Flug nach New Orleans.

Apropos Bush. Kurze Durchsage gerade: Unangemessene Witze bezüglich Sicherheit am Flughafen können zum Arrest führen.

Samstag, 18.10.08: In New Orleans angekommen hat mich Philip dann vom Flughafen abgeholt, ein Komilitone aus der FU, der hier mit ein paar anderen Leuten an der Universität Tulane studiert. Wir sind gleich ins India House gefahren, ein sehr charmantes und buntes Hostel, in dem ich mich für die nächsten Tage eingebucht habe. Erst einmal haben wir ein paar Lebensmittel eingekauft, Cornflakes, Maccaroni&Cheese (yeah) und Wasser, und sind dann mit einem street car zu Tulane gefahren, wo Phil mir den Campus gezeigt hat. Interessanterweise hatte Tulane gerade eine Pro-Life Aktion (also: gegen Abtreibung). Auf dem Rasen waren tausende kleine Flaggen für jedes Kind aufgestellt, dass abgetrieben wurde. Ein Mahnmal sozusagen. Ich denke, dass es am Reed College deswegen harten Protest gegeben hätte… Haben dann Simon (studert auch an der FU) getroffen und haben sonst an diesem Tag nur gechillt. Es ist ungewöhnlich, mal gar nichts zu tun!

Abends haben Phil und ich erst einmal Nassi (auch FU) getroffen. Wir sind auf der Bourbon Street im French Quarter rumspaziert, welches die Altstadt New Orleans und eine ziemlich bekannte Party-Meile ist und wo allerlei Clubs und Bars sind. Und ja: die Leute hier wissen, wie man richtig Party macht! Es war unheimlich laut und geschäftig und voller Touristen, ab und zu roch es stark nach Erbrochenen (trage keine Flip Flops!) und verschiedene Bands hallten aus den Clubs. Bunte Ketten wurden an Mädels verteilt, die ein wenig von sich zeigten und die glitzernden Touri-Shops lockten mit allerlei Krimskrams von Masken, T-Shirt und Reizwäsche. Danach haben wir an der Kreuzung Canal Street/Carandolet noch einen Komilitonen von der FU getroffen, Clemens, der eine Freundin von Tulane mitbrachte. 4 Deutsche und eine Amerikanerin – und der Plan war: auf zum Oktoberfest!

Clemens, Nassi, Phil und ich

Clemens, Nassi, Phil und ich beim Oktoberfest

Oh ja. Mein zweites! Dieses war auch etwas größer, hatte eine Band und irgendwie nahmen die Amis die deutsche Kultur auch etwas ernster, was man z.B. an den lustigen Hüten, Lederhosen und undefinierbaren Tänzen ablesen konnte. Es gab natürlich Bier en masse, doch leider waren wir etwas spät dran, denn um Mitternacht war die Feier zu Ende. Schnell einen Pitcher Bier bestellt, von betrunken Amis vollabern lassen und dann mussten wir auch schon gehen. Da ich echt krass müde war, habe ich mich entschieden, zurück ins Hostel zu fahren. Zuerst wollte ich ja laufen, aber alle meinten, dass dies in New Orleans nachts in dieser Gegend keine gute Idee wäre, wenn mir mein Leben lieb sei. Also gut. $8 in ein Taxi investiert. Und: Schlafen!

Sonntag, 19.10.08: Gegen 13Uhr habe ich Phil an der Louisana Avenue getroffen, um auf eine Strassen-Parade zu gehen. Anfangs noch ziemlich klein, wuchs diese mit jedem Meter, den wir uns bewegten zu einer stattlichen Parade voller Musik und tanzender Menschen. Es gab sogar einen buntgeschmückten Wagen mit ein paar drolligen Damen in Kostümen. Der Weg führte uns durch eine Nachbarschaft in der Nähe des Superdoms (in dem während Hurrikan Katrina 2005 mehrere tausend Menschen  Zuflucht fanden.)

Kunst im Business District

Kunst im Business District

Gegen 16:00 haben wir dann frühzeitig die Parade verlassen und sind erst durch das Business District gelaufen (New Orleans hat sogar 4 Hochhäuser🙂 !!) Richtung Downtown, wo wir uns mit McDonalds gestärkt haben. Ein $1 Cheeseburger hat übrigens 2 Stück Fleisch und Käse. Jawohl. Da Phil zu seiner Lerngruppe musste, bin ich noch einmal die Bourbon Street im French Quarter runtergelaufen und dann ins Hostel zurück. Ich musste immer noch ein wenig Schlaf nachholen.

Teil 2 folgt bald!

Eine Antwort zu New Orleans

  1. goddamnstalker sagt:

    urlaub = overrated!

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