New Orleans II

Montag, 20.10.08: An diesem sonnigen Morgen machte ich mich Richtung Downtown New Orleans auf, wo das ‚French Quarter‘ mit all seinen drolligen, bunten Häusern und Märkten zum spazieren gehen einlud. Habe das streetcar genommen und bin am Mississippi entlang runterspaziert. Auf beiden Fotos könnt ihr die Crescent City Connection Bridge (Crescent = Halbmond, Spitzname für New Orleans) sehen. Bin dann am Wasser weiter entlang des French Quarters gelaufen, um zu den Märkten zu gelangen, die aber leider nicht traditionell sondern voller Touri-Schrott waren. Na gut, ich bin ja nun mal ’nen Touri, also habe ich mir auch ein nettes Poster und Postkarten gekauft. Bin dann in das ‚French Quarter‘ reingelaufen, wo man sich gleich sehr europäisch fühlt. Die kleinen bunten Häuser und die vielen kleinen Gassen erinnern sehr an Italien oder Frankreich (aha, daher der Name!).

Danach habe ich mich in den ‚Jackson-Park‘ gesetzt und versucht, in verschiedenen Museen anzurufen, von denen aber die meisten geschlossen waren. Zum einen erholen sich die New Orleans-Einheimischen am Montag vom exzessiven Party machen (viele Geschäfte, Museen und Bars sind geschlossen oder machen früher zu) und zum anderen war ich wohl auch nicht in der Touri-Zeit da. Habe mir also einen Kaffee gekauft und mein Buch rausgeholt und mich in den Park gesetzt, der ziemlich hübsch und gepflegt war. Auf dem Foto seht ihr den Jackson-Park und im Hintergrund die St. Louis Cathedral (die älteste katholische Kirche in den USA). Die Statue vor der Kirche zeigt im Übrigen Andrew Jackson mit dem Spruch: „The Union must and shall be preserved“.

Abends bin ich dann ins Bubba Gump Restaurant gegangen (Forrest Gump!) und habe einen Schrimps Po‘ Boy gegessen (‚po‘ kommt von ‚poor‘ und nicht etwa von ‚Hintern‘, also übersetzt: ‚armer Junger‘), ein typisches Louisana-Gericht. Danach habe ich Phil getroffen und wir sind noch einmal die Bourbon Street (die Partymeile) runtergelaufen, wo wir dann in einer Bar mit einer coolen Band steckengeblieben sind. Unglaublich, was für Talent in New Orleans rumschwirrt! Es scheint fast so, als könne jeder ein Instrument spielen (singen sowieso – gerne auch das ganze Lied 3-stimmig und dabei noch lachen!).

Dienstag, 21.10.08/Mittwoch 22.10.08: Nachdem ich die wichtigsten Touri-Sachen abgehakt hatte, lechzte ich nach purer Entspannung, und so habe ich die beiden Tage genutzt, um entweder im French Quarter spazieren zu gehen, im Park zu sitzen und zu lesen/schlafen/Jazz Bands zu lauschen und im ‚Café du Monde‘ Milch-Kaffee zu trinken und Beignets zu essen, eine französische Spezialität, die stark an Quarkkeulchen erinnert (hmmmm).

Nachmittags war ich dann noch im IMAX, wo ich den Film „Hurricane on the Bayou“ auf einer mega-riesen-Leinwand gesehen habe. Darin geht es hauptsächlich um die Tatsache, dass Hurrikan Katrina zumindest hätte abgemildert werden können, wenn die so genannten ‚wetlands‘ um New Orleans herum, die als natürliche Puffer gegen die Wassermassen gedient hätten, in den letzten Jahrzehnten nicht immer mehr verschwunden wären (und dies verursacht durch den Menschen).

Am Mittwoch Abend, der letzte in New Orleans, hiess es noch einmal: Nachtleben, Musik und endlich einen ordentlichen Tequila. Zuerst sind wir in eine kleine Bar gegangen, wo Phil schon den Künstler kannte, ein unheimlich dicker Mann, der sich kaum bewegen kann, aber unglaublich gut sand. Big Willie (oder so) sucht sich jeden Abend eine andere Frau aus, die dann in der Bar rumlaufen darf, um für die Band Trinkgeld zu sammeln. Krrr. Bewaffnet mit einem Erdbeer-Daiquirie sind wir dann weitergezogen, in eine Bar mit den klangvollen Namen ‚The Spotted Cat‘ (die KATZE!!), wo man weniger Touris findet und eher die Einheimischen feiern. Die Band war wirklich cool, der Tequila auch wirklich Tequila (und kein Wasser) und die Stimmung super. Hier ein kleines Video:

Gegen halb eins mussten wir gehen, weil Phil einen midterm am nächsten Tag hatte (hey, es ging um Jazz und wir waren in einem Jazz Club, kann man besser für einen Test büffeln??). Irgendwie haben wir es trotzdem geschafft, die streetcars zu verpassen und standen dann noch ’ne Stunde rum. Lerne: Streetcars kommen selten, unpünktlich und nie, wenn man sie braucht!

Donnerstag, 23.10.08: Der Abschied naht… ab zum Flughafen und zurück nach Portland. Aber die Fahrt zum Flughafen war schon sehr ereignisreich. Touristin mit Kamera und Handy in der Hand, viel zu schwerem Rucksack auf dem Rücken, Labtop-Tasche um den Hals und oranges Tuch um den Kopf gewickelt (strömender Regen!) stand im absoluten Ghetto der Stadt und wartete eine Stunde auf den Bus – so fangen ja wohl Horror Filme an. Oder halt ein Tag in meinem Leben. Nachdem ich am Abend zuvor noch einen Israeli kennengelernt hatte, der mir einen „super Express-Bus“ zum Flughafen empfahl und ich ihm trotz meines angeborenen Misstrauens vertraute, latschte ich also durch das Viertel meines Hostels, was zugegebenermaßen in einem nicht-so-guten Stadtteil liegt und wartete wie gesagt ’ne Stunde auf den verdammten Bus. Larry, 1961 geboren, schwarzer Autoverkäufer und „verliebt in meinen Namen“, kurvte die ganze Zeit mit seinem Trolley um mich herum und warnte mich vor den Mexikanern („den kannste nicht vertrauen!“). Er versicherte mir eine dreiviertel Stunde, dass der Bus bald kommen würde, aber langsam wurde es dunkel, und der Regen liess auch nicht nach. Das sind dann so Momente, wo ich laut schreien möchte. Lustigerweise hielt wirklich ein Mexikaner an, der mich fragte, ob er mich zum Flughafen mitnehmen solle, aber da Larry sagte, dass ich denen nicht vertrauen kann, bin ich natürlich NICHT mitgefahren. Der Bus kam dann endlich und ich fragte, wie lange es dauern würde zum Flughafen: 30 Minuten, meinte der Busfahrer. Hat zwar ’ne Stunde gedauert, aber hey, mein Flug wartet bestimmt auf mich… Fazit: Vetraue keinen Mexikanern und keinen Israelis! Aber Larry ist gut.

Jetzt bin ich wohlauf in meinem Zimmer in Portland und schreibe fleissig an meinen letzten Hausarbeiten. Zurück an die Bücher!

Nachtrag: Fotos gibt’s: hier. Und noch mehr New Orleans Videos unter Foto- und Videoecke! Enjoy. Haha.

2 Antworten zu New Orleans II

  1. goddamnstalker sagt:

    hahahahahaha

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